Dok.-Nr. 200441

IHK-Studie: Betriebliches Mobilitätsmanagement trägt zur Lösung von Verkehrsproblemen bei

Unternehmen können ihre Attraktivität und Erreichbarkeit verbessern

Köln, 21.02.2019. „Das betriebliche Mobilitätsmanagement kann einen entscheidenden Beitrag zur Lösung der mit dem Verkehr verbundenen Probleme für Mensch und Umwelt leisten“, sagt Ulf Reichardt, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln. Die Effektivität des betrieblichen Mobilitätsmanagements ist dabei unabhängig von Branche und Größe der Unternehmen. Das zeigt eine neue Studie der IHK Köln, an der 241 Unternehmen teilgenommen haben. „Wenn die Mitarbeitenden häufiger zu Fuß gehen, mit dem Rad fahren, Fahrgemeinschaften bilden oder vermehrt öffentliche Verkehrsmittel nutzen, verbessern die Betriebe ihre Standortattraktivität und gleichzeitig die Gesundheit und Motivation ihrer Belegschaft“, erläutert Dr. Ulrich S. Soénius, stellv. Hauptgeschäftsführer und Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik der IHK Köln. Das entspricht auch den wichtigsten Zielen der Unternehmen, die sich bereits im betrieblichen Mobilitätsmanagement engagieren: Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit (93% der Befragten), Fachkräftegewinnung/-bindung (82%) und Verbesserung der Unternehmenserreichbarkeit (73%). Diese Ziele gaben - in gleicher Reihenfolge - auch Unternehmen an, die bisher noch keine Erfahrungen im betrieblichen Mobilitäts-management gesammelt haben (75%, 67% und 60%).

Fünf-Punkte-Plan: Unternehmen informieren und aktivieren
Indem sie unnötige Wege vermeiden, Verkehrsmittel effizienter nutzen und teilweise auf alternative Verkehrsmittel umsteigen, können Unternehmen zudem ihre Wirtschaftlichkeit steigern. In der Studie gab zirka die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen an, sich noch nicht mit dem betrieblichen Mobilitätsmanagement beschäftigt zu haben. Rund 30 Prozent der Befragten bestätigten, entsprechende Maßnahmen und Angebote nicht zu kennen. Um den Wissensstand zum betrieblichen Mobilitätsmanagement zu erhöhen und mehr Unternehmen für die Vorteile zu sensibilisieren, empfehlen die Studienautoren einen Fünf-Punkte-Plan für den Bezirk der IHK Köln:

1. Fortbildungsprogramme fortsetzen und verstärken
2. Mobilitätspartnerschaften aufbauen und unterstützen
3. Unternehmen beratend unterstützen
4. Unternehmenskooperationen aufbauen und unterstützen
5. Wirkungen analysieren und quantifizieren

Wichtig sei außerdem, dass die bereits aktiven Unternehmen die Wirksamkeit ihrer Maßnahmen noch stärker überprüfen. Nur insgesamt neun befragte Unternehmen berichteten von geprüften Wirkungen ihrer Maßnahmen.

Neue kostenfreie Angebote der IHK Köln
Um dem steigenden Informations- und Handlungsbedarf der Unternehmen noch passgenauer entsprechen zu können, bietet die IHK Köln ab März 2019 eine Beratungsstelle für betriebliches Mobilitätsmanagement an. Die Stelle koordiniert die, aus dem Fünf-Punkte-Plan abzuleitenden, Maßnahmen. Die Unternehmen erhalten dort außerdem eine kostenfreie Erstberatung zu ihrem Mobilitätsverhalten. Ab Mai 2019 bietet die IHK Köln zudem die sogenannten „Mobilitätstestwochen“ an. Bei diesen haben teilnehmende Unternehmen die Möglichkeit, unterschiedliche Mobilitätsangebote über mehrere Wochen kostenfrei zu testen.

Die IHK Köln unterstützt bereits seit längerem ihre Mitgliedsunternehmen mit Informations- und Beratungsangeboten zum betrieblichen Mobilitätsmanagement. Die Industrie- und Handelskammern in Deutschland haben beispielsweise eine Fortbildung zum „Betriebliche/r Mobilitätsmanager/in IHK“ entwickelt, mit der die Betriebe der Region beim Aufbau eines Mobilitätsmanagements unterstützt werden sollen. Die IHK Köln hat die ersten Kursangebote im Jahr 2018 mit Erfolg durchgeführt und plant weitere Kurse in 2019. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die eine Arbeitsstätte in NRW haben, können für diese berufliche Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden einen Zuschuss über Bildungsschecks erhalten. Zusätzlich unterstützt die IHK Köln ihre Mitgliedsunternehmen, indem sie z. B. eine Koordinationsfunktion für kleinere Betriebe bei der Nutzung des Jobtickets übernimmt.

Regionale Unterschiede wichtig
Die Mobilitätssituationen in den Teilregionen des IHK-Bezirks Köln sind sehr unterschiedlich. Die eher ländlich geprägten Regionen im Westen (Rhein-Erft) und Osten (Bergisches Land) des IHK-Bezirks Köln werden durch den öffentlichen Verkehr nur teilweise erreicht; der Individualverkehr ist deshalb wichtige Voraussetzung für den Erhalt der persönlichen und betrieblichen Mobilität. Im Köln-Leverkusener Ballungsraum hingegen ist der ÖPNV gut ausgebaut und übernimmt dort eine wichtige Funktion zur Entlastung des Straßenverkehrs. Allerdings stößt dieser in den Hauptverkehrszeiten an Kapazitätsgrenzen. Diese und weitere Faktoren haben erhebliche Auswirkungen auf die Mobilität der Unternehmen im IHK-Bezirk und stellen diese vor unterschiedliche Herausforderungen. „Diese Unterschiede müssen bei der Einführung eines betrieblichen Mobilitätsmanagements berücksichtigt werden“, so Soénius.

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