Dok.-Nr. 227902

"Kein Unternehmen sollte in seiner Existenz bedroht sein"

Pressemeldung, 27.03.2020, Präsidium der IHK Köln: Soforthilfe ist nur der erste Schritt

"Die Soforthilfen des Landes und des Bundes sind ein wichtiger Schritt, um unseren Mitgliedsunternehmen zunächst das Überleben in der Krise zu ermöglichen. Viele weitere werden folgen müssen", sagt Dr. Nicole Grünewald, Präsidentin der IHK Köln. Wie drängend die Finanznot in den Betrieben ist, zeigt das Ergebnis einer aktuellen Blitzumfrage des DIHK: Fast jedes fünfte Unternehmen sieht sich in der Existenz bedroht. "Die Hilfen müssen jetzt auch wirklich ankommen!" Trotz dem großen Verständnis für alle Einschränkungen und vielen Ideen, die Krise zu überbrücken, geht es für die Unternehmen nicht nur darum, die kommenden Wochen zu überstehen: "Es geht um die blanke Existenz und damit natürlich auch um die vielen gefährdeten Arbeitsplätze!" 

Die Beraterinnen und Berater der IHK Köln sind täglich mit hunderten von Einzelschicksalen befasst, vom Nagelstudio über Gastronomen bis hin zu Industriebetrieben. Rund 3.000 Anfragen sind alleine telefonisch bis Freitag Mittag bei der IHK Köln-Hotline (0221 1640-4444) eingegangen, die Hilfeseite wird täglich von 5.000 bis 6.000 Besuchern aufgerufen. Die Soforthilfen werden dabei nach den Erfahrungen der IHK Köln dringend erwartet, die Auszahlung bis Ende nächster Woche ist für viele Selbstständige schon sehr spät - Mietzahlungen, Löhne und Kosten für Lizenzen sind zu Beginn des Monats zu leisten. Steuererleichterungen und eine zügige, unbürokratische Kreditvergabe sind weitere dringend nötige Maßnahmen. Rund 15.000 Mitgliedsunternehmen erhalten durch den täglichen Newsletter der IHK Köln die aktuellsten Infos für die regionale Wirtschaft zur Corona-Krise. 

Nicole Grünewald zu den weiteren Forderungen an die Politik: "Es gibt mittlerweile wohl kein Unternehmen, das nicht in irgendeiner Weise von der Krise betroffen ist. Unsere Forderung an die Politik ist, dass kein Unternehmen, dass vor der Krise gesund war, durch die Krise in seiner Existenz bedroht wird. Leider ist das schon in vielen Fällen Realität geworden. Das gilt für Selbstständige, kleine, mittlere aber auch die großen Unternehmen, die vielleicht etwas länger durchhalten. Schnelle Soforthilfen sind das Gebot der Stunde - und bei den Unternehmen, die sich wegen der Krise durch Kredite Liquidität verschaffen müssen, sollten wir jetzt schon über Schuldenschnitte für Coronakredite nachdenken." 

Wie sehr die Corona-Krise quer durch alle Branchen die Unternehmen bedroht, schildert das Präsidium der IHK Köln: 

Sibylle Stürmer, Professorin Sibylle Stürmer "Mein bewegtes Leben", zur Kreativbranche: 

"Die Werbe- und Kommunikationsbranche ist durch die Pandemie stark betroffen: Aufträge wurden gecancelled, Dreharbeiten verschoben, Theater- und Kulturinitiativen geschlossen. Wenn finanzielle Rücklagen fehlen - gerade bei den kleinen und mittleren Unternehmen, die unsere kreative Branche prägen - geht es schnell um die wirtschaftliche Existenz. Die kulturelle Vielfalt, die besonders Köln und das Kölner Umland so attraktiv macht, steht vor dem Kollaps. Deshalb ist unbürokratische Hilfe, die auch schnell bei den Betroffenen ankommt, jetzt ganz wichtig." 

Anton Bausinger, Friedrich Wassermann, zur Bauwirtschaft: 

"Noch läuft die Bauwirtschaft unter Volllast. Eine Einschränkung und Begrenzung ist aber aufgrund der Unterbrechung der Lieferketten und der Nachunternehmer in Sicht, die mit Quarantänen rechnen müssen."  

Johannes Schilling, J. & W. Boisserée Gesellschaft mit beschränkter Haftung zum Handel: 

"Null Umsatz bei laufenden Kosten für Miete und Mitarbeiter bedrohen derzeit die Existenz zahlreicher kleiner Einzelhändler. Eine sofortige Auszahlung der Zuschüsse kann hier erste Hilfe leisten!" 

Christian Remmert, Lömmelömm Vertriebs-GmbH: 

"Da unsere Kunden aus den Bereichen Veranstaltungen und Gastronomie einen Rückgang von 100% haben, sind wir als Hersteller natürlich auch fundamental betroffen. Wir brauchen deshalb die Auszahlung der Soforthilfe jetzt - und spezielle Kreditpakete für Gastronomiebetriebe und Veranstalter. Brauereien und Getränkefachgroßhändler benötigen ebenfalls Hilfe. Sie haben eine große Anzahl an Kundenkredite vergeben, auf denen sie jetzt nicht sitzenbleiben dürfen. Dominoeffekte müssen auf jeden Fall verhindert werden!" 

Hendrik Pilatzki, TIP Verbrauchermarkt GmbH + Co. Kommanditgesellschaft, zum Handel: 

"In der Handelslandschaft gibt es Licht und Schatten. Während der Lebensmitteleinzelhandel bis letzte Woche weit über der Kapazitätsgrenze arbeiten musste, liegt der Zustellgroßhandel nahezu am Boden. Insbesondere Handelsunternehmen leben von der Fristentransformation zwischen Verbindlichkeiten und Forderungen. Sie benötigen daher sehr viel Liquidität. Diese wird zurzeit stark verringert, da den fälligen Warenrechnungen keine Verkäufe entgegenstehen! Im Lebensmittelhandel haben wir zudem mit Mindesthaltbarkeitsdaten der Produkte zu kämpfen." 

Bernd Graner-Sommer, Graner + Partner GmbH: 

"Gegenüber den Kunden wollen viele Unternehmen möglichst keine Auswirkungen erkennen lassen. Gleichzeitig gibt es unternehmensintern aber viele und gravierende Änderungen, die sofort umgesetzt werden müssen. Angefangen mit umfangreichen Investitionen in Homeoffice-Plätze mit Hard- und Software, ein stark gestiegener Koordinationsaufwand um Anwesenheit der Mitarbeiter und Betriebsfortführung sicherzustellen und völlig neue Anforderungen an die generelle Liquiditätsplanung." 

Sven Gebhard, GC-heat Gebhard GmbH & Co. KG, zur Zulieferindustrie:  

"Unter anderem kommen die Produktionsstillstände der Automobilhersteller mit Dominoeffekt bei weiten Teilen der deutschen Industrie an - gerade auch im Oberbergischen Kreis. Zusätzlich sind diverse Exportmärkte plötzlich nahezu komplett weggebrochen. Wie in den meisten Branchen ist hier sofortige und unbürokratische Liquiditätssicherung der betroffenen Unternehmen das Gebot der Stunde." 

Tina Gerfer, Wilhelm Rasch GmbH & Co. KG Spezialmaschinenfabrik, zur produzierenden Industrie: 

"Auch produzierende Unternehmen aus dem Mittelstand benötigen unbürokratische und günstige Finanzierungsmodelle. Selbst mit vollen Auftragsbüchern kann es in einigen Fällen durch Lieferverzögerungen wegen des Ausfalls von Mitarbeitern und Lieferketten durchaus zu einem entsprechenden Bedarf kommen." 

Mike Gahn, beyond soft GmbH, zur IT-Branche:  

"Die IT-Branche besteht nicht nur aus nun boomendem Video-Conferencing oder Online-Handel. IT-Service-Unternehmen können nicht mehr zu ihren Kunden, IT-Investitionsentscheidungen und -Anschaffungen werden zurückgestellt, Lizenzgebühren können von Kunden nicht mehr gezahlt werden. Viele kleine IT-Unternehmen sind bereits voll von der Krise betroffen. Wenn die Krise noch mehrere Wochen anhält, kommt sie auch bei allen anderen IT-Unternehmen an. Die rückzahlungsfreien Zuschüsse für kleine Unternehmen werden deshalb jetzt sofort benötigt." 

Pressekontakt: Dr. Susanne Hartmann, susanne.hartmann@koeln.ihk.de

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