Dok.-Nr. 204360

Zunehmende Verunsicherung bei exportorientierten Unternehmen

IHK Köln: Europa stärken, Standort sichern

Köln, 23. April. Von Köln aus in die Welt: Mit rund 235.000 Euro pro Beschäftigten liegt der Exportumsatz der Kölner Region rund doppelt so hoch wie der NRW-Durchschnitt (126.600 Euro je Beschäftigten). Vor allem die gut 5.000 IHK-zugehörigen Industrieunternehmen in Köln und Leverkusen, dem Rheinisch-Bergischen, dem Oberbergischen und dem Rhein-Erft-Kreis machen einen Großteil ihrer Umsätze mit ausländischen Handelspartnern. Ihre Exportquote von knapp über 54 Prozent übertrifft die Exportquote für Gesamt-NRW um zehn Prozent.

Starke Partner der regionalen Wirtschaft sind vor allem die Länder der Europäischen Union: 2017 exportierten die Unternehmen in und um Köln und Leverkusen Waren im Wert von rund 27,6 Milliarden Euro in die EU, Waren im Wert von rund 35,22 Milliarden Euro flossen aus EU-Ländern in die regionale Wirtschaft. „Dimensionen, die deutlich zeigen, wie wichtig der ungehinderte Fluss des Waren- und Dienstleistungsverkehrs innerhalb Europas für unsere regionale Wirtschaft ist“, sagt Dr. Ulrich Soénius, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Leiter des Geschäftsbereichs Standortpolitik der IHK Köln.

Wie sehr jedoch wachsender weltweiter Protektionismus und das Brexit-Chaos in der EU die Unternehmen verunsichern, zeigt aktuell die bundesweite IHK-Umfrage „Going international“. Innerhalb Nordrhein-Westfalens sagen zwar noch 51,3 Prozent der Firmen, dass sie gute Geschäfte in der Eurozone machen, und nur vier Prozent sind mit der Geschäftssituation unzufrieden, aber bei der Betrachtung einzelner Länder zeigen sich die Bremswirkungen des Brexit-Durcheinanders deutlich: Nur noch 13,4 Prozent der Firmen sind mit ihren Geschäftsbeziehungen ins Vereinigte Königreich zufrieden, 32,8 Prozent der Firmen stufen die Geschäftslage als schlecht ein.

Auch der Blick über den EU-Tellerrand ist von wachsender Skepsis geprägt: Die Geschäfte mit den USA und China werden deutlich zurückhaltender bewertet als in der Vorjahresumfrage. Noch schwieriger ist die Lage in der Türkei und in Russland. In beiden Ländern machen aktuell nur gut sieben Prozent der befragten Unternehmen zufriedenstellende Geschäfte, rund ein Drittel stuft die Absatzsituation als schlecht ein.

Auffällig ist, dass die Firmen in NRW ihre Geschäftslage auf den einzelnen Auslandsmärkten durchweg schlechter einstufen als der Durchschnitt der gesamten Bundesrepublik. Schwarzmalerei oder begründete Vorahnung angesichts hoher Auslandsverflechtung? – „Sicher ist, dass für unsere Region eine starke und stabile Europäische Union wichtig ist. Diese sollten wir sichern und ein Zeichen gegen Protektionismus und Euro-Skepsis setzen. Einen Beitrag dazu kann jeder Einzelne am 26. Mai leisten, wenn die Wahl zum Europäischen Parlament ansteht“, sagt Soénius.

Darüber hinaus, so Soénius, sei es angesichts der zunehmenden Belastungen im Auslandsgeschäft umso dringender notwendig, Standortverbesserungen hierzulande konkret anzugehen und Deutschland als verlässlichen und attraktiven Standort zu stärken. „Das reicht vom Ausbau der digitalen und Verkehrsinfrastruktur über eine bessere Bildung im digitalen Zeitalter bis hin zu bezahlbarer und sicherer Energie- und Rohstoffversorgung der Wirtschaft sowie den Unternehmenssteuern. Hier gibt es viele Stellschrauben, an denen jede einzelne Kommune drehen kann.“

Die bundesweite Auswertung "Going international" finden Sie auf der Webseite des DIHK.


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