Zollstreit USA

Die USA erheben Strafzölle

Die IHK Köln hat an dieser Stelle einige Informationen zu den Strafzöllen der USA zusammengestellt.

Airbus-Streit
Der EU-US Handelskonflikt um die Subventionierung von Airbus und Boeing ist seit dem 18. Oktober 2019 akut: Seit diesem Zeitpunkt erheben die USA Strafzölle in Höhe von 10 und 25 Prozent auf bestimmte Waren aus der EU.

Suche nach vom Zusatzzoll betroffenen Produkten
Die USA haben Listen mit betroffenen EU-Exportprodukten veröffentlicht. Der Zollsatz kann auch direkt über die US-Zolldatenbank ermittelt werden. Beispielsweise Suche nach der Zolltarifnummer 8203.3000: Das Ergebnis zeigt in der Spalte “Rates of Duty”- “1” – “General”“ nach dem Hinweis “free” ein Symbol “/”. Fahren Sie mit der Maus über dieses Symbol, erscheint der Hinweis “See 9903.8803 and 99038937”. Wenn Sie nach der Zolltarifnummer 99038937 in der US-Zolldatenbank suchen, finden Sie in der Spalte “Rates of Duty”- “1” – “General” die Angabe von 25 Prozent Zusatzzoll.

Aktuell: Im Juni 2021 haben sich die EU und USA auf eine fünfjährige Aussetzung ihrer gegenseitigen Zusatzzölle geeinigt, die im Rahmen des Airbus-Boeing Handelskonflikts von beiden Seiten erhoben wurden. Außerdem haben sich beide Seiten auf gemeinsame Regeln und Transparenz bei der Subventionierung des Sektors sowie ein gemeinsames Vorgehen gegen marktverzerrende Maßnahmen von Drittstaaten geeinigt. Zudem ist eine Arbeitsgruppe zu Large Civil Aircraft geplant.
Quelle: DIHK, 21.06.2021

US-Sonderzölle auf Stahl und Aluminium
Bereits seit dem 1. Juni 2018 erheben die USA bei der Einfuhr Zusatzzölle auf ausgewählte Stahl- und Aluminiumerzeugnisse sämtlicher Handelspartner der USA, ausgenommen die Produkte weniger  Ursprungsländer. Grundlage bildet Section 232 des Trade Expansion Act von 1962 zum Schutz nationaler Sicherheit. Eine genaue Auflistung der betroffenen Waren findet sich in den Anhängen der Bekanntmachung. Lesen Sie Details zu der Regelung im Amtsblatt der USA (in englischer Sprache): Adjusting Imports of Derivative Aluminium Articles and Derivative Steel Articles

EU reagiert mit Gegenmaßnahmen auf US-Sonderzölle für Stahl und Aluminium aus der EU
Zum Schutz vor Handelsumlenkungen und Schädigung von EU-Herstellern hatte die EU am 19. Juli 2018 vorläufige Schutzmaßnahmen (Zollkontingente) bei der Einfuhr bestimmter Stahlerzeugnisse eingeführt (Verordnung (EU) 2018/1013). Am 2. Februar 2019 wurden mit der Durchführungsverordnung (EU) 2019/159 endgültige Maßnahmen für die in Anhang I genannten Produkte eingeführt. 

Einfuhren der betroffenen Produkte werden innerhalb bestimmter Zollkontingente mit dem regulären Drittlandszollsatz belastet. Darüber hinaus wird bis Mitte 2021 ein Schutzzoll von 25 Prozent auf den Zollwert der eingeführten Waren erhoben. Die Zollkontingente können tagesaktuell über die Datenbank der EU-Kommission für Zollkontingente abgerufen werden.

Darüber hinaus gelten seit dem 20. Juni 2018 nach der Durchführungsverordnung (EU) 2018/886 ebenfalls Zusatzzölle von 25 Prozent  (Zolltarifnummer 95044000 nur 10 Prozent) auf bestimmte US-Waren in Anhang I der Verordnung.

Wo und wie können betroffene EU-Waren ermittelt werden?
Grundlage für die Recherche ist die achtstellige Warennummer der USA und der nichtpräferenzielle Ursprung der Ware. Auf der Internetseite des United States Trade Representatives (USTR) finden Sie alle aktuellen Meldungen zu den aus dem WTO-Urteil resultierenden Zusatzzöllen der USA und allen anderen Maßnahmen aus der Section 301 (Strafzölle China). 

Wenn Sie in die USA exportieren, ist es empfehlenswert zusätzlich Rücksprache mit dem US-Geschäftspartner zu halten, da die Recherche aufwändig und schwierig ist.
Die achstellige Warennummer der USA lässt sich in der Access2Markets Database ermitteln. Beachten Sie bitte, dass die MADB keine US-Strafzölle anzeigt.

Sandra Vogt International und Unternehmensförderung 0221 1640-1554 0221 1640-1559 sandra.vogt@koeln.ihk.de

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