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IHK-Wirtschaftsgremium Overath warnt vor Belastungen

Die Unternehmerinnen und Unternehmer fürchten drastische Folgen durch Brückensperrung

Overath, 4. April 2017. Große Besorgnis prägte die Frühjahrssitzung des IHK-Wirtschaftsgremiums Overath. Grund ist die vom Landesbetrieb Straßen NRW in der vergangenen Woche angekündigte Sperrung der A 4 im Bereich der Untereschbacher Brücke. „Eine zweijährige Vollsperrung ohne Behelfsbrücke würde den Raum Overath und das gesamte an der A 4 gelegene Hinterland von der Wirtschaft abkoppeln“, fürchtet Bernd Supe-Dienes, Geschäftsführer der Dienes Werke für Maschinenteile GmbH & Co. KG und Vorsitzender des Gremiums.

Darüber hinaus würden die zu erwartenden Staus auf der A 4 eine just-in-time-Produktion am Standort gefährden, erklärt Dr. Michael Metten, Geschäftsführer der METTEN STEIN + DESIGN GmbH & Co. KG, ebenfalls Mitglied im Wirtschaftsgremium. Die vom Landesbetrieb angedachten Ausweichstrecken seien aus wirtschaftlichen Gründen unzumutbar, darüber hinaus wegen der Topographie, insbesondere während der Winterzeit, für LKW nicht verkehrssicher befahrbar. Neben diesen Unzumutbarkeiten und Wettbewerbsnachteilen für die betroffenen Unternehmen und den Umweltbelastungen sei zu bedenken, dass Tausende von Mitarbeitern tagtäglich im Stau stehen.

Bereits zahlreiche Unternehmen in den staubelasteten Regionen unseres Betreuungsgebietes hätten angedeutet, dass sie über Standortverlagerungen nachdenken müssen, wenn die Verkehrseinschränkungen weiter zunehmen, so Eva Babatz, Leiterin der Geschäftsstelle Leverkusen/Rhein-Berg der IHK Köln, die das Wirtschaftsgremium geschäftsführend betreut. Zudem besteht bei verschärften Absatzproblemen auch die Gefahr des Abbaus von Stellen, hoben einige Mitglieder des Wirtschaftsgremiums hervor. Die Mitglieder des Wirtschaftsgremiums fordern daher, eine ortsnahe Behelfsbrücke zu errichten, die Baumaßnahme durch eine 24 Stunden-/7 Tage-Baustelle zu beschleunigen und zudem mit der Reparatur zweier weiterer maroder Brücken in unmittelbarer Nähe zu koordinieren.

Das Wirtschaftsgremium beschäftigte sich außerdem mit der Verbesserung der Luftqualität im Hauptort Overath. Um dieses Problem mittelfristig lösen zu können, müsse auch eine ortsferne Umgehung des Zentrums Overath durch die so genannte „Heiligenhaus-Trasse“ neu überdacht werden. Diese Überlegungen zum Luftreinhalteplan Overath haben einen direkten Bezug zur drohenden Brückensperrung in Untereschbach. „Alle Überlegungen zum Luftreinhalteplan Overath sind eine Farce, wenn die Untereschbacher Brückensperrung in der vom Landesbetrieb Straßen angekündigten Form zustande kommt“, resümiert Bernd Supe-Dienes.

Weiteres Thema im Wirtschaftsgremium war die Integration von Flüchtlingen in Arbeit und Ausbildung. Dr. Sandra von Möller, Geschäftsführerin der BÄ*RO GmbH & Co. KG, Leichlingen, und Vizepräsidentin der IHK Köln, warb für das Modell des Willkommenslotsen bei der IHK Köln. Über diesen neuen Service konnten bereits 30 Unternehmen einen geflüchteten Menschen einstellen. Die Firma BÄ*RO selbst beschäftigt eine junge Iranerin im Wege einer Einstiegsqualifizierung, einer vorbereitenden Maßnahme vor einer Ausbildung. Sandra von Möller ist optimistisch, dass die junge Dame im September eine reguläre Ausbildung zur Industriekauffrau im Unternehmen antreten wird.

Ansprechpartner

Eva Babatz
Geschäftsstelle Leverkusen/Rhein-Berg
Tel. 02171 4908-900
Fax -909
eva.babatz@koeln.ihk.de

Dok-Nr: 150260