Dok.-Nr. 196680

Was macht eigentlich eine IHK?

Die Industrie- und Handelskammern im Überblick.

IHK – Drei Buchstaben, die fast jeder schon einmal gehört hat. Sie stehen für das Netzwerk der 79 Industrie- und Handelskammern. Die IHKs sind Einrichtungen der Wirtschaft für die Wirtschaft und in den Regionen zuhause. Hier sind sie verankert und wissen, was die Wirtschaft bewegt. Gemeinsam mit ihren Mitgliedsunternehmen übernehmen sie Verantwortung in ihren Regionen und tragen dazu bei, die Voraussetzungen für Wohlstand und Wachstum zu verbessern. Die IHK ist eine Plattform für die Vielfalt der Unternehmensinteressen und bündelt diese auf demokratischem Wege zu einer Position der regionalen Wirtschaft. Gewährleistet wird dies vor allem auch durch das ehrenamtliche Engagement der Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region.

Parlament der Wirtschaft entscheidet

Die IHKs sind mitgliedergetragen und demokratisch aufgebaut: Wichtigstes Organ ist die Vollversammlung – das Parlament der regionalen Wirtschaft. Die Unternehmen bestimmen über die Vollversammlung den Kurs ihrer IHK. Bei der Wahl hat jedes Unternehmen - unabhängig von seiner Größe - eine Stimme. Die IHKs gestalten als Impulsgeber die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Interesse der Betriebe mit.

Regelmäßig sind alle Mitglieder der IHK aufgerufen, ihre Vertretung in die Vollversammlung zu wählen. Insgesamt engagieren sich in den Vollversammlungen der 79 IHKs rund 5.200 Unternehmerinnen und Unternehmer, davon 20 Prozent Frauen und 80 Prozent Männer. Der Anteil weiblicher Mitglieder hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen.

Lebensprinzip Eigenverantwortung

Dem Handeln der IHKs liegt das Selbstverständnis als eigenverantwortliche Organisation zugrunde. Der Gedanke dahinter: die Wirtschaft kann selbst viele Angelegenheiten, die sie betrifft, praxisnah und unbürokratisch regeln - und so auch den Staat entlasten. Die IHKs bringen den Menschen auch unternehmerisches Handeln näher. Leitbild für ihr Handeln ist und bleibt der Ehrbare Kaufmann. Alle gewerblichen Unternehmen in Deutschland - ausgenommen Handwerksbetriebe, Freie Berufe und landwirtschaftliche Betriebe - sind Mitglied einer Industrie- und Handelskammer.

Dabei sind die Interessen des kleinen Kiosk-Besitzers, der IT-Unternehmerin, des Maschinenbauers aus dem Mittelstand sowie des weltweit aktiven Dax-Unternehmens zwar manchmal sehr unterschiedlich. Anderes verbindet sie aber auch: Sie alle brauchen ein wirtschaftsfreundliches Umfeld, eine funktionierende Infrastruktur, fairen Wettbewerb, Rechtssicherheit und gut ausgebildete Fachkräfte.

Die IHKs unterstützen die gewerbliche Wirtschaft vor Ort – und da jede Region individuell ist, sind auch die Aktivitäten der IHKs unterschiedlich. Die IHKs können zum Beispiel Einrichtungen zur Förderung der gewerblichen Wirtschaft gründen oder sie unterstützen. Gerade die gesetzliche Mitgliedschaft ermöglicht es, auch Dinge anzustoßen, die zwar keinen unmittelbaren Vorteil für jedes einzelne Unternehmen bringen, aber für die Wirtschaft in der Region insgesamt von großer Bedeutung sind.

Die IHKs haben sich zudem im Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zusammengeschlossen. Er engagiert sich in Berlin und Brüssel für die gewerbliche Wirtschaft, indem er die verantwortlichen Institutionen informiert und berät.

Die Aufgaben im Überblick:

1. Dienstleister für die Wirtschaft

Die IHKs fördern die gewerbliche Wirtschaft vor Ort und stehen ihr mit einem breit gefächerten Beratungsangebot und passgenauen Dienstleistungen zur Seite. So begleiten sie beispielsweise Unternehmensgründer, geben Auskunft bei Recht- oder Steuerfragen und beraten bei der Expansion in internationale Märkte. Gleichzeitig haben die IHKs Trends und neue Themen im Blick.

2. Erfüllung staatlicher Aufgaben – im Dienst der Unternehmen

Die IHKs erfüllen als öffentlich-rechtlichen Körperschaften eigenverantwortlich und unabhängig über 50 Aufgaben, die ihnen der Staat anvertraut hat. Mit am bekanntesten ist das Engagement in und für die duale Berufsausbildung, mit der junge Menschen seit Generationen in das Berufsleben starten.

3. Demokratisch legitimierte Interessenvertretung

Die IHKs sind aber mehr als ein Dienstleister. Ihre Nähe zur regionalen Wirtschaft macht sie zum gefragten Ansprechpartner für Politik und Verwaltung: Die IHKs bündeln die vielfältigen Interessen ihrer Mitglieder und stellen eine faire Abwägung der Belange verschiedener Branchen und Unternehmen sicher. Die IHKs sind mitgliedergetragen und demokratisch aufgebaut: Wichtigstes Organ ist die Vollversammlung. Bei der Wahl hat jedes Unternehmen - unabhängig von seiner Größe - eine Stimme. Als Sprachrohr ihrer Unternehmen gestalten die IHKs aktiv die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen mit.

Die IHK-Organisation in Zahlen (2017):

Die IHK-Organisation in Zahlen 2017

Sehen Sie auch: https://www.ihk.de/ihktransparent 

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