Überbrückungshilfe für Corona-geschädigte Unternehmen

Zuschüsse aus dem Konjunkturpaket als Anschlussprogramm zur Soforthilfe

(Stand 21. Oktober) Die Überbrückungshilfe schließt sich zeitlich an die bereits im Frühjahr von Bund und Land gewährte Corona-Soforthilfe an. Wichtig: Anders als die Soforthilfe kann die Überbrückungshilfe nur über einen akkreditierten Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Buchprüfer beantragt werden. 

Achtung: Es gibt keine "EU-Coronahilfe"

Zurzeit sind E-Mails mit dem Absender deutschland@eu-coronahilfe.de unterwegs, die einen Antrag als pdf zum Download anbieten. Diesen Anhang bitte nicht öffnen! Der Antrag erfolgt online und ausschließlich über Ihren Steuerberater!

Wenn Sie vor der Beauftragung eines Steuerberaters oder Wirtschaftsprüfers erfahren wollen, ob Sie überhaupt Zuschüsse in Anspruch nehmen dürfen, können Sie das mithilfe des IHK-Überbrückungshilfe-Rechners tun. Zu beachten ist hierbei, dass es sich um keine verbindliche Berechnung, sondern um einen groben Richtwert handelt. Der Rechner kann nur einen ersten Überblick über die Antragsberechtigung und die Berechnung geben.

Über neue Entwicklungen informieren wir Sie weiterhin auf dieser Seite sowie in unserem Newsletter. Folgende Erläuterungen zur Überbrückungshilfe dienen als Vorabinformation und werden ggf. noch aktualisiert.

Die Überbrückungshilfe ist ein branchenübergreifendes Zuschussprogramm, das ursprünglich mit einer Laufzeit von drei Monaten geplant worden war (Juni bis August 2020). Ende August hat die Koalition beschlossen, die Überbrückungshilfen des Bundes nicht nur bis zum Jahresende zu verlängern, sondern zugleich an entscheidenden Stellen zu verbessern. 

Die Überbrückungshilfe II umfasst die Fördermonate September bis Dezember 2020. Anträge für diesen Zeitraum können ab dem 21. Oktober gestellt werden. Die Antragsfrist endet am 31. Dezember 2020.

Im einzelnen gelten für die Monate September bis Dezember folgende Regelungen:

Die wichtigsten Änderungen im Überblick

1. Flexibilisierung der Eintrittsschwelle

Anträge auf Hilfen aus dem 2. Überbrückungshilfeprogramm können Betriebe stellen, die gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum entweder einen Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 oder in den Monaten April bis August 2020 insgesamt einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent verzeichnet haben. Beim ersten Überbrückungshilfeprogramm musste der Umsatzeinbruch 60 Prozent in den Monaten April und Mai 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum betragen.

2. Streichung der KMU-Deckelungsbeträge

Während die Überbrückungshilfe I auf maximal 9.000 Euro für Betriebe bis fünf und 15.000 Euro für Betriebe bis zehn Beschäftigte begrenzt war, entfällt die Deckelung in der Phase II ersatzlos.

3. Erhöhung der Fördersätze

Künftig werden erstattet:
90 Prozent (bisher 80 Prozent) der Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch,
60 Prozent (bisher 50 Prozent) der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 50 und 70 Prozent und
40 Prozent der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch von mehr als 30 Prozent (bisher bei mehr als 40 Prozent Umsatzeinbruch).

4. Höhere Personalkostenpauschale

Personalkosten, die nicht vom Kurzarbeitergeld erfasst sind, werden pauschal mit 20 Prozent der laut Bundesanweisung förderfähigen Kosten gefördert, bislang waren es nur 10 Prozent.

5. Möglichkeit von Nachzahlungen

Bei der Überbrückungshilfe II sollen bei der Schlussabrechnung künftig Nachzahlungen ebenso möglich sein wie Rückforderungen. In der ersten Phase des Programms hatte noch gegolten, dass zu viel gezahlte Hilfen zurückgezahlt werden mussten, eine nachträgliche Aufstockung der Überbrückungshilfe aber nicht möglich war.

Wer kann die Überbrückungshilfe beantragen?

Grundsätzlich sind Unternehmen aller Größen (mit Ausnahme der explizit unter den Ausschlusskriterien genannten Unternehmen unabhängig von der Mitarbeiterzahl), Soloselbständige und selbständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb aller Branchen antragsberechtigt, die mindestens eines der folgenden beiden Kriterien erfüllen:

  • Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten.
  • Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Unternehmen, die vor dem 1. April 2019 gegründet wurden und aufgrund von starken saisonalen Schwankungen ihres Geschäfts, im Zeitraum April bis August 2019 zusammen weniger als 15 Prozent des Jahresumsatzes 2019 erzielt haben, werden von der vorgenannten Bedingung des Umsatzrückgangs freigestellt.

Wie hoch ist die Förderung?

Die zweite Phase der Corona-Überbrückungshilfe kann für maximal vier Monate (September, Oktober, November und Dezember 2020) beantragt werden. Die Förderhöhe bemisst sich nach den erwarteten Umsatzeinbrüchen der Fördermonate September, Oktober, November und Dezember 2020 im Verhältnis zu den jeweiligen Vergleichsmonaten im Vorjahr.

Die Überbrückungshilfe (2. Phase) erstattet einen Anteil in Höhe von

    90 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch > 70 Prozent
    60 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 50 Prozent und ≤ 70 Prozent
    40 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 30 Prozent und < 50 Prozent

im Fördermonat im Vergleich zum Vorjahresmonat. Bei Unternehmen, die zwischen dem 1. September 2019 und dem 31. Oktober 2019 gegründet worden sind, sind die Monate November 2019 bis Februar 2020 zum Vergleich heranzuziehen.

Die Berechnung wird dabei jeweils für jeden Monat einzeln vorgenommen. Liegt der Umsatzeinbruch in einem Fördermonat bei weniger als 30 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat, entfällt die Überbrückungshilfe (2. Phase) für den jeweiligen Fördermonat.

Die maximale Förderung beträgt 50.000 Euro pro Monat. Unternehmerlohn ist nicht förderfähig.

Wie wird die Antragstellung erfolgen?

Das Verfahren sieht u. a. eine standardisierte elektronische Antragstellung, ein bundeseinheitliches Portal mit Fragen und Antworten und eine bundeseinheitliche Programmierung der Fachverfahren für die Länder vor.

Eine wichtige Neuerung gegenüber der Soforthilfe ist, dass der Antrag auf Überbrückungshilfe ausschließlich durch einen vom Leistungsempfänger ausgewählten Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer elektronisch gestellt werden kann.

Sie haben noch keinen Steuerberater?

Eine Empfehlung für einen Dienstleister kann die IHK Köln aus Neutralitätsgründen nicht aussprechen.

Diese allgemeinen Suchangebote gibt es:

Bundesweiter Steuerberatersuchdienst

Amtliches Steuerberaterverzeichnis des Verbands der Steuerberater

Register der Wirtschaftsprüfer bzw. der vereidigten Buchhalter der Wirtschaftsprüferkammer


Hotline Liquiditätshilfen International und Unternehmensförderung 0221 1640-4444 0221 1640-1579

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