Regionale Wirtschaft in Sorge über schwache türkische Lira

Blitzumfrage unter Unternehmen zeigt negative Auswirkungen auf Exporte und Investitionen

Köln, 15. August 2018. Angesichts der aktuellen Krise der türkischen Lira hat die IHK Köln als Schwerpunktkammer Türkei in Zusammenarbeit mit den NRW-IHKs eine Blitzumfrage unter Unternehmen gestartet. Innerhalb von 24 Stunden antworteten 113 Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen mit der Türkei unterhalten. Die Auswirkungen der Lira-Krise auf deutsche Exporte in die Türkei sehen dabei 98 der teilnehmenden Unternehmen negativ, da ausländische Produkte für türkische Kunden teurer werden.

Immerhin erwarten 63 Umfrageteilnehmer, dass die schwache Lira türkische Exporte Richtung Deutschland begünstigt. Doch dürfte dieser Effekt begrenzt sein. Andreas Schäfer, stellv. Geschäftsführer International der IHK Köln: "Türkische Produzenten müssen häufig Vorprodukte und Maschinen in Fremdwährungen einkaufen, was jetzt teurer wird. Außerdem besteht die Gefahr, dass manche örtliche Produzenten wegen der Lira-Schwäche ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können."

Nur wenige (10) Umfrageteilnehmer erwarten, dass der Währungsverfall deutsche Investitionen in der Türkei fördert, die Mehrheit (87) befürchtet negative Folgen. Andreas Schäfer: "Durch die Wechselkursentwicklung wird es zwar günstiger, in der Türkei zu investieren. Allerdings überwiegt bei den meisten Firmen die Sorge vor den Auswirkungen der Währungskrise auf die Gesamtwirtschaft."

Die Türkei ist für NRW ein wichtiger Wirtschaftspartner, mit zuletzt deutlich wachsendem Exportvolumen. In den Monaten Januar bis Mai betrug der Exportwert von NRW-Waren in die Türkei 1,794 Milliarden Euro. Damit hat die Türkei einen Anteil von 2,2 Prozent am gesamten NRW-Export (bundesweit 1,7). In Köln ist die Zahl der Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in die Türkei besonders hoch: 43,5 Prozent der Unternehmen, die im Ausland aktiv sind, pflegen auch Geschäftsbeziehungen in die Türkei. Für die gesamte Bundesrepublik beträgt dieser Wert laut der IHK-Unternehmensumfrage "Going International 2018" 32,6 Prozent.

Dr. Susanne Hartmann Hauptgeschäftsführung 0221 1640-1600 0221 1640-1690 susanne.hartmann@koeln.ihk.de

Dr. Susanne Hartmann

Hauptgeschäftsführung

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