Großmarkthändler in ihrer Existenz bedroht

IHK Köln fordert erneute Verlängerung der Verträge

Köln, 7. Juli 2017. „Die Situation für die Großhändler ist unerträglich. Wir fordern von der Stadt Köln eine klare Entscheidung für einen Großmarkt und die Verlängerung der Verträge bis 2024", sagt Dr. Ulrich S. Soénius, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik der IHK Köln. „Die 180 Unternehmen und ihre 2.000 Beschäftigten brauchen endlich Planungssicherheit“.

2007 beschloss der Rat der Stadt Köln, den Großmarkt im Jahr 2020 in ein modernes Frischezentrum in Marsdorf zu verlagern und die Planungen für die Parkstadt Süd voranzutreiben. Jahrelange Diskussionen, Machbarkeitsstudien und die Prüfung von Alternativstandorten führten zu Verzögerungen. Im Jahre 2016 kam man zum Ergebnis, dass Köln-Marsdorf als einzig geeigneter Standort für einen Großmarkt zur Verfügung steht und das neue Frischezentrum bis 2024 realisiert werden könne. Daraufhin wurde die Suche ergebnislos auf das Kölner Umland erweitert und ein weiteres Jahr wurden die Planungen nicht weiter konkretisiert. Alternativ sollen die Kunden auf einen Großmarkt verzichten.

Bis heute gibt es keinen Beschluss der Stadt Köln, die Planungen umzusetzen. Am kommenden Montag habe der Wirtschaftsausschuss laut Soénius die Möglichkeit, endlich einen Schlussstrich zu ziehen. Die Politik könne mit einem positiven Beschluss zum Großmarkt die Sorgen der Großmarkthändler beenden und Planungssicherheit herstellen. „Mit erheblicher Sorge beobachten wir, dass die Bemühungen der Großmarkthändler, mit der Stadt Köln eine einvernehmliche Lösung zu finden und dabei mitzuwirken, bisher unerhört bleiben“, so Dr. Ulrich S. Soénius. „Die Großmarkthändler müssen jetzt planen können – dazu gehört auch die Verlängerung ihrer Verträge bis 2024.“ Die Alternative, den Betrieb des Großmarktes am Standort Köln-Raderberg im Jahr 2023 einzustellen und die Planungen eines Großmarktes nicht weiter zu verfolgen, lehnt die IHK Köln ab.

Der Großmarkt versorgt die Bevölkerung in und rund um Köln mit frischen Produkten wie Obst und Gemüse, Fleisch, Molkereiprodukte, Feinkost und exotische Spezialitäten. Über 1,2 Millionen Tonnen Nahrungs- und Genussmittel pro Jahr werden umgeschlagen. Für rund 5.000 Kunden in der Region ist der Großmarkt unerlässlich. Der Großmarkt ist Teil der Daseinsvorsorge und Garant für Vielfältigkeit und Frische. Ohne den Großmarkt können die kleinen und mittelständischen Einzelhändler, Hotels und Gaststätten sich nicht versorgen.

„Für die Kunden ist der Großmarkt von zentraler Bedeutung“ führt Dr. Soénius weiter aus. Das bestätigt auch eine von der IHK Köln im Jahr 2014 durchgeführte Umfrage unter rund 300 Kunden des Großmarktes. 80 Prozent der Befragten gaben an, dass der Großmarkt eine besondere Bedeutung für die Region habe. Über alle Branchen hinweg wäre mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen von einer Schließung des Kölner Großmarktes stark betroffen.

Als Arbeitgeber für rund 2.000 Beschäftigte sind die Betriebe im Großmarkt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt Köln. Diese gilt es zu erhalten. Die Großmarkthändler benötigen aus wirtschaftlichen Gründen Transparenz, Verlässlichkeit und Planungssicherheit, ansonsten sind sie in ihrer Existenz bedroht. "Die durch uns im Namen der Kölner Wirtschaft mehrfach erhobene Forderung nach Planbarkeit für die Händler am Großmarkt wird immer wichtiger“, so Dr. Ulrich S. Soénius. Er appelliere daher an die Vernunft der Ratspolitiker, endlich einen Beschluss herbeizuführen und sofort und unverzüglich mit den Planungen unter Beteiligung der betroffenen Unternehmen zu beginnen. Dies diene letztlich dem Wohle der ganzen Stadt. Die IHK Köln hat die Fraktionen in diesem Sinne informiert.  Die Initiative von einigen Großmarkthändlern zu Gründung einer Genossenschaft sei positiv zu bewerten, es dürfe jedoch niemand ausgegrenzt werden.

Angesichts der zunehmenden Verkehrsbelastung ist die Unterhaltung einer zentralen Logistikstruktur auch zwingend notwendig. "Wenn die Kunden des Großmarktes sich anderweitig versorgen müssen, nimmt die Verkehrsbelastung zu."

Dr. Susanne Hartmann Hauptgeschäftsführung 0221 1640-1600 0221 1640-1690 susanne.hartmann@koeln.ihk.de

Dr. Susanne Hartmann

Hauptgeschäftsführung

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