Mehr Cyber-Sicherheit für den Mittelstand

Konsortialprojekt TISiM startet bundesweites IT-Helfernetz

Den eigenen Betrieb und sensible Daten zuverlässig vor digitalen Angriffen von außen zu schützen, dazu will die vom Bundeswirtschaftsministerium eingerichtete Transferstelle IT-Sicherheit im Mittelstand (TISiM) jetzt das gesamte Spektrum kleiner und mittlerer Unternehmen befähigen.

Das bundesweite Unterstützernetzwerk TISiM-Regional startete am 6. Oktober mit den ersten elf regionalen Anlaufstellen der Industrie- und Handelskammern (IHKs): Kleine und mittlere Unternehmen können über die beteiligten IHKs Berlin, Ostwestfalen zu Bielefeld, Bonn/Rhein-Sieg, Erfurt, Ostthüringen zu Gera, Hannover, zu Köln, Pfalz (Ludwigshafen), für München und Oberbayern, Nord Westfalen (Münster) und Trier bereits in der Pilotphase Vorschläge zur Umsetzung von IT-Sicherheitsmaßnahmen erhalten. Geplant ist, insgesamt 80 Anlaufstellen einzurichten, auch für Freiberufler und Handwerker.

Plattform für leichten Informationstransfer

Das breit gefächerte Unterstützungsangebot wird von einer digitalen Plattform begleitet. Dieser "Sec-O-Mat" stellt für die teilnehmenden Unternehmen in der Pilotphase bis zum Jahresende typisierte Aktionspläne bereit und leistet Unterstützung bei deren Umsetzung. Interessierte können das System vor Ort in den TISiM-Regionalstellen oder online unter www.tisim.de nutzen.

Ab Januar 2021 ermöglicht der auf einem intelligenten Algorithmus basierende Sec-O-Mat eine weiterführende, spezifisch auf das jeweilige Unternehmen abgestimmte Bedarfsanalyse sowie einen entsprechend verfeinerten Aktionsplan.

Das unter dem Dach von TISiM gemeinsam von der Initiative Deutschland sicher im Netz (DsiN), von Fraunhofer Fokus sowie Fraunhofer IAO und der Hochschule Mannheim entwickelte Instrument verhilft einzelnen Unternehmen zu bedarfsgerechten IT-Sicherheitsmaßnahmen.

„Anhand der Nutzereingaben ermittelt das smarte System die individuellen Sicherheitsanforderungen“, erläutert TISiM-Leiterin Sandra Balz. „Den automatisiert daraus abgeleiteten Aktionen werden anschließend die passenden kuratierten Angebote zugeordnet.“ Die Aktionen orientierten sich dabei an den Maßnahmen etablierter Sicherheitskataloge wie dem BSI IT-Grundschutz und VDS 10000.

Handeln, bevor es zu spät ist

Die Transferstelle IT-Sicherheit im Mittelstand will digitale Innovationen und die Wettbewerbsfähigkeit der Zielgruppen stärken, indem sie zur Umsetzung von passgenauen IT-Sicherheitsmaßnahmen motiviert. Denn die Zahl von Cyber-Angriffen nehme zu, warnt Sandra Balz, die Gefahren für das eigene Geschäft und das Kundenumfeld würden jedoch noch immer vielfach unterschätzt.

Der Schutz vor Cyber-Kriminalität sei eine Herausforderung für die gesamte Wirtschaft. Vor allem kleine Betriebe, Freiberufler und Selbstständige, die über keine eigene IT-Abteilung und keine spezielle IT-Fachkenntnis verfügten, seien besonders betroffen.

„Wir sprechen von drei Millionen potenziell betroffenen deutschen Unternehmen, die aufgrund unzureichender Kompetenzen und eines nur schwer zu überschauenden Marktes an IT-Sicherheitslösungen keine oder kaum geeigneten Schutzmaßnahmen einführen“, betont auch DsiN-Geschäftsführer Michael Littger. „Das hat insgesamt zu einer für die deutsche Wirtschaft besorgniserregenden Entwicklung geführt. Entsprechende Sicherheitsrisiken haben sich in der Corona-Krise etwa durch die notwendige Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Home-Office und die damit einhergehende Dezentralisierung der Firmen-IT weiter verschärft.“ Diesem Trend gelte es dringend entgegenzuwirken.

Zusammen die Hürde nehmen

Gemeinsam mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) kann die Transferstelle schon für die Pilotphase auf einem starken Netzwerk an Partnern und Unterstützern aufbauen. Mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks sowie dem Bundesverband IT-Mittelstand soll die Unterstützerinfrastruktur bis zum Vollbetrieb Anfang 2021 weiter wachsen.

Die Pilotphase ist als Entwicklungs- und Evaluationsphase angelegt. „Unser Ziel ist, dass wir ab 2021 mit einer erprobten, nutzerfreundlichen Lösung an den Start gehen“, betont TISiM-Leiterin Balz. „Daher hoffen wir schon jetzt auf zahlreiche Teilnehmer und Rückmeldungen. Außerdem setzen wir darauf, dass Initiativen und Anbieter eigene IT-Sicherheits- und Datenschutzlösungen einbringen, damit der Sec-O-Mat und die TISiM-Regionalstellen ab 2021 die Zielgruppen bestmöglich dabei unterstützen können, ihr Unternehmen zu schützen.“

Quelle: Deutscher Industrie- und Handelskammertag

Dieter Schiefer Innovation und Umwelt 0221 1640-1520 0221 1640-1539 dieter.schiefer@koeln.ihk.de

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