Leitplanken für digitale Positionen der IHK Köln

Ein Positionspapier zur Digitalisierung wurde in der Vollversammlung der IHK Köln einstimmig verabschiedet.

Die IHK Köln setzt sich mit ihren Leitplanken mehrere Handlungsfelder, für die sie sich bei der Digitalisierung für ihre Mitgliedsunternehmen einsetzen möchte.

Digitale Unternehmen sichern Wettbewerbsfähigkeit
In einer zunehmend digital agierenden Gesellschaft und Wirtschaft müssen die Unternehmen ihre Prozesse und Geschäftsmodelle anpassen und optimieren, um langfristig Erfolg zu haben. Dazu müssen Unternehmen die Potenziale der Digitalisierung schneller und intensiver nutzen sowie muss die Politik und Verwaltung unternehmensfreundliche Rahmenbedingungen für einen Wachstumsmarkt Digitalisierung schaffen. Die IHK Köln setzt sich ein…

  • für einen vorrangigen Stellenwert des Themas Digitalisierung bei regionalen Wirtschaftsförderungen und Maßnahmen für mehr Gründung und Ansiedelung digitaler Unternehmen
  • für vielfältige, neutrale, miteinander vernetzte Unterstützungsangebote zur Beschleunigung der Digitalisierung von Unternehmen aller Größenklassen und Branchen
  • für einen strategischen Aufbau von digitalen Kompetenzzentren, Initiativen, Förderprojekten und Anlaufstellen in unserer Region
  • für ein digitales Ökosystem in dem klein- und mittelständische Unternehmen, Start-ups und digitale Dienstleister einander helfen und Innovationen vorantreiben
  • für personelle und finanzielle Investitionen in einen verankerten Transfer von Forschung und Hochschule in die (mittelständische) Wirtschaft.

Zukunftssichere und leistungsstarke Infrastrukturen für digitale Innovationen
Internet of Things, Cloud, Künstliche Intelligenz, Virtual Reality und vieles mehr - tagtäglich erweitern sich die digitalen Möglichkeiten für die Wirtschaft, die auch diese Innovationen immer mehr und intensiver im Unternehmensalltag integrieren. Damit steigen auch die Anforderungen an eine digitale Infrastruktur als zwingende Grundlage einer erfolgreichen Digitalisierung. Die IHK Köln setzt sich ein…

  • für eine Priorisierung im Ausbau von bislang unterversorgten Regionen und Unternehmensstandorten (bisherige graue und weiße Flecken) mit hohen Bandbreiten sowie eine konkrete Planung für eine flächendeckende, gigabitfähige Infrastruktur – durchgängig bis zum Endabnehmer in der Region Köln
  • für einen vorausschauenden Mobilfunkausbau, der kurzfristig sowohl Funklöcher schließt als auch ein neues 5G-Netz entlang von Straße, Schiene und Wasserwege für Unternehmensanwendungen bereitstellt – beides aufeinander abgestimmt
  • für eine landes- und bundesweite Förderpolitik, die ausschließlich auf Zukunftstechnologien setzt und sich Praxis-Problemstellungen wie „Regionen ohne wettbewerblichen Ausbau“ oder Anbindung des Endabnehmers („letzte Meile“/FTTH und FTTB) verstärkt annimmt
  • für den Abbau von bürokratischen Hemmnissen und Nutzung von innovativen Verlegemethoden im Breitbandausbau sowie Maßnahmen für einen kooperativen Austausch zwischen Infrastrukturanbietern, Kommunen und der Wirtschaft.

Sicherer Umgang mit der Digitalisierung
IHK-Umfragen zeigen deutlich, Sicherheitsbedenken stehen einer Akzeptanz und Nutzung digitaler Technologien oft im Wege. Diese abzubauen bedingt, dass Anbieter besondere Maßnahmen für sichere Soft- und Hardware ergreifen und diese dem Verbraucher erkennbar darstellen. Andererseits müssen die Anwender mehr Kenntnis für Systeme, deren Risiken sowie präventive und reaktive Maßnahmen erlangen. Die IHK Köln setzt sich ein…

  • für zentrale und gemeinsam kommunizierte Anlaufstellen vor Ort im Bereich der IT-Sicherheit. Jedes Unternehmen muss wissen was, wie und wo es sicherheitsrelevante Vorgänge melden kann und man Hilfestellungen erhält
  • für regionale Angebote für Unternehmen zur Sensibilisierung und Kompetenzaufbau im Bereich der Daten-, Informations- und IT-Sicherheit
  • für neue (bundes-/eu-weite) Sicherheits-Standards für Produkte und Dienstleistungen sowie bei deren Nutzung
  • für die Verhinderung einer rechtlichen Überregulierung oder rechtlichen Unsicherheit insbesondere im Datenschutz, die digitale Innovationen und eine internationale Wettbewerbsfähigkeit hemmt.

Moderne Stadt und Verwaltung
Unternehmen wünschen sich einheitliche, einfache Angebote für ihre Verwaltungsangelegenheiten. Um Doppelstrukturen zu vermeiden, müssen Behörden in Bund, Ländern und Kommunen sowie innerhalb der EU stärker zusammenarbeiten. Zudem sollten bestehende Prozesse nicht nur digital abgebildet werden, sondern sich an den Bedürfnissen des Anwenders orientieren. Die IHK Köln setzt sich ein…

  • für leistungsfähige, nutzerorientierte und übergreifende Verwaltungslösungen und -prozesse mit zentralem Zugang (Servicekonto) und der Vermeidung von Doppeleingaben (once-only-Prinzip)
  • für ein kooperatives E-Government mit Berücksichtigung von Wissenschaft und Anforderungen der Wirtschaft
  • für das Projekt eines landesweiten Gewerbe-Service-Portals (www.gewerbe.nrw) als Pilotprojekt für eine bundesweite Lösung.

Fachkräfte und digitale Bildung
Mit der Digitalisierung verschärfen sich der Fachkräftemangel sowie die Herausforderungen in Aus- und Weiterbildung, Lerninhalte stetig zu hinterfragen und neue, praxisrelevante Angebote zu schaffen. Die IHK Köln setzt sich ein…

  • für digitale Lerninhalte entlang der gesamten Bildungskette - von der Förderung von Projekten in Kita und Grundschule, über die Vermittlung digitaler Kompetenzen und Soft-Skills in den weiterführenden Schulen bis in die duale Aus- und höhere Berufsbildung
  • für eine Aufwertung der technischen Ausstattung von Bildungseinrichtungen und Weiterbildung von Lehrkräften unter anderem auch durch Ausschöpfung von Digitalisierungsangeboten von Bund und Ländern (wie DigitalPakt#D und „Bildung in einer digitalen Welt“
  • für neue Berufsbilder und praxisnahe Weiterbildungsangebote in der Digitalisierung.

Nachhaltiger und verantwortungsvoller Einsatz der Digitalisierung
Der Einsatz von neuen Technologien und digitalen Innovationen kann zur Lösung bei sozialen und ökologischen Fragestellungen der Wirtschaft und Gesellschaft entscheidend beitragen. Nachhaltig eingesetzte Digitalisierung wird zudem ein Wettbewerbsfaktor für Unternehmen und sollte auch bei öffentlichen Herausforderungen und Problemstellungen, auch mit dem Ziel einer zukunftsorientierten Region, zwingend und stetig mitbedacht werden. Nachhaltigkeit, ein verantwortungsvoller Umgang mit Daten sowie moralisch einwandfreie Geschäftsmodelle leiten sich vom Leitbild des ehrbaren Kaufmanns ab. Die IHK Köln setzt sich ein für…

  • eine stetige Vernetzung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit, um so eine noch größere Wirkung für Wirtschaft und Gesellschaft zu erreichen
  • die Nutzung digitaler Technologien und Innovationen unter Berücksichtigung der aktuellen und zukünftigen wirtschaftlichen, ökologischen, gesellschaftlichen Herausforderungen
  • ein modernes Verständnis des ehrbaren Kaufmanns im Kontext der digitalen Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft
  • für eine verantwortungsvolle Berücksichtigung von digitaler Ethik und Privatsphäre des Einzelnen bei der Entwicklung von Zukunftstechnologien wie beispielsweise Künstliche Intelligenz oder BigData.
Dieter Schiefer Innovation und Umwelt 0221 1640-1520 0221 1640-1539 dieter.schiefer@koeln.ihk.de

Dieter Schiefer

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