Kurzarbeit

Kurzarbeitergeld wird wegen der Auswirkungen der Corona-Krise leichter gewährt

Unter Kurzarbeit versteht man eine vorübergehende Verkürzung der betrieblichen Arbeitszeit bis hin zu einer vorübergehenden Einstellung der Arbeit. Der Arbeitnehmer wird von seiner Verpflichtung zur Arbeitsleistung befreit und verliert (teilweise) seinen Vergütungsanspruch. Als Ausgleich erhält er Kurzarbeitergeld. Die mögliche Bezugsdauer für das konjunkturelle Kurzarbeitergeld beträgt im Regelfall zwölf Monate.

Bei Fragen zum Kurzarbeitergeld können Sie sich gerne auch per Mail an uns wenden:

kug-beratung@koeln.ihk.de

Erleichterter Zugang wegen Corona-Krise

1. Kurzarbeitergeldverordnung

Der Gesetzgeber hat wegen der Coronakrise Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld beschlossen, die rückwirkend zum 1. März 2020 in Kraft getreten sind:

  • Wenn aufgrund schwieriger wirtschaftlicher Entwicklungen (wie zum Beispiel durch das Coronavirus) Aufträge ausbleiben, kann ein Betrieb Kurzarbeit anmelden, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sein könnten. Diese Schwelle lag bisher bei 30 Prozent der Belegschaft.
  • Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden vor Zahlung des Kurzarbeitergeldes wird verzichtet. Das bislang geltende Recht verlangte, dass in Betrieben, in denen Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen genutzt werden, diese auch zur Vermeidung von Kurzarbeit eingesetzt und ins Minus gefahren werden.
  • Auch Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer können Kurzarbeitergeld beziehen.
  • Die erste Verordnung zur Änderung der Kurzarbeitergeldverordnung wurde am 28.10.2020 im Bundesgesetzblatt  veröffentlicht.

    Durch sie werden die erleichterten Bezugsregelungen für das Kurzarbeitergeld bis zum 31.12.2021 verlängert, unter der Voraussetzung, dass die Betriebe bis zum 31.3.2021 Kurzarbeit eingeführt haben. Die vom Arbeitgeber allein zu tragenden Beiträge zur Sozialversicherung werden auf Antrag von der Agentur für Arbeit vom 1.1.2021 bis zum 30.6.2021 in voller Höhe und vom 1.7.2021 bis zum 31.12.2021 in Höhe von 50 Prozent pauschaliert erstattet, wenn der Betrieb bis zum 30.6.2021 Kurzarbeit eingeführt hat. Zudem regelt § 106a SGB III, dass eine zusätzliche Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 50% bei Weiterbildung während der Kurzarbeit gewährt werden kann.

     

Die zweite Verordnung über die Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld wurde veröffentlicht. Es können daher ab jetzt Verlängerungsanzeigen für den Bezug von Kurzarbeitergeld über den 31.12.2020 hinaus (auf bis zu 24 Monate, bis längstens zum 31.12.2021) gestellt werden. Siehe Bundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil 1 Nr. 46, ausgegeben zu Bonn am 19. Oktober 2020.

Auf der Seite der Agentur für Arbeit Köln finden Sie Hinweise zur Anzeige auf Verlängerung des Kurzarbeitergeldes.

2. Sozialschutzpaket II - Erhöhung des KUG
Für Beschäftigte, deren Arbeitsentgelt um mindestens die Hälfte reduziert ist, wird das Kurzarbeitergeld ab dem 4. Bezugsmonat auf 70% bzw. 77% der Nettoentgeltdifferenz erhöht, ab dem 7. Bezugsmonat auf 80% bzw. 87%. Außerdem werden für Beschäftigte in Kurzarbeit die bestehenden Hinzuverdienstgrenzen für alle Berufe geöffnet. Diese Regelungen gelten bis zum 31.12.2020.

3. Steuerfreie Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld

Viele Unternehmen haben ihren Mitarbeitern in der Corona-Krise freiwillig Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld gezahlt. Diese Zuschüsse sind nun rückwirkend steuerfrei. 

4. Bundesagentur für Arbeit
Die Bundesagentur für Arbeit informiert über die Voraussetzungen von Kurzarbeitergeld  und beantwortet häufig gestellte Fragen.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) beantwortet ebenfalls Ihre wichtigsten Fragen zur Kurzarbeit. Auf Youtube hat die Agentur Erklärvideos zu Voraussetzungen und dem Verfahren eingestellt.

Die bundeseinheitliche, kostenlose Kontaktnummer der Agenturen für Arbeit für Unternehmen ist 0800-4555520 (Infos zu den Arbeitsagenturen in ihrer Region).

Anrechnung von Nebeneinkünften

Bis zum 31. Dezember 2020 gilt folgende Sonderregelung: Beschäftigte in Kurzarbeit können einen Nebenverdienst bis zur Höhe ihres ursprünglichen Einkommens haben, ohne dass dieser auf das Kurzarbeitergeld angerechnet wird. Einzige Bedingung: Sie dürfen die Höhe des Lohns nicht überschreiten, den sie vor der Kurzarbeit bekommen haben.


Formulare

Kurzarbeitergeld wird frühestens von dem Kalendermonat an geleistet, in dem die Anzeige über den Arbeitsausfall bei der Agentur für Arbeit eingegangen ist. Die Anzeige über den Arbeitsausfall muss daher bis zum letzten Tag des Monats, für den Kurzarbeitergeld beantragt werden soll, bei der Agentur für Arbeit eingegangen sein. Der Antrag auf Kurzarbeitergeld ist innerhalb einer Ausschlussfrist von 3 Monaten zu stellen. Die Frist beginnt mit Ablauf des Kalendermonats, für den das Kurzarbeitergeld beantragt wird. 

Informationen zu Kurzarbeit bei Ausbildungen finden Sie auf der Seite Fragen zu Ausbildungen und Prüfungen rund um das Coronavirus.