Dok.-Nr. 206420

Konjunktur behauptet sich auf hohem Niveau – Export bereitet Sorgen

Ergebnisse für den gesamten IHK-Bezirk und Köln

Grundsätzlich ist die Lage der Wirtschaft im Bezirk der IHK Köln im Frühjahr 2019 weiterhin gut – die Entwicklung in den exportorientierten Branchen bereitet jedoch Sorgen. Viele Unternehmen profitieren derzeit von der robusten Nachfrage aus dem Inland. Die Auslastung der Betriebe ist insgesamt minimal gestiegen und liegt weiterhin auf einem hohen Niveau. Gleichzeitig sind aber die exportorientierten Unternehmen mit verschiedenen außenwirtschaftlichen Belastungen konfrontiert. Konfliktfelder in der internationalen Wirtschaftspolitik – die Auseinandersetzungen um Zölle sowie die Brexit-Frage seien genannt – wirken sich auch im IHK-Bezirk Köln aus. Insgesamt ist der Konjunkturklimaindikator im Vergleich zum Jahresbeginn aber nur um einen Punkt auf 116,1 Punkte gesunken. Die Unternehmen haben sogar wieder leicht positive Erwartungen. Das sind zentrale Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Köln, an der in diesem Frühjahr 687 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk teilgenommen haben.

„Die meisten Unternehmerinnen und Unternehmer im IHK-Bezirk sind weiterhin positiv gestimmt“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Ulf Reichardt. Auch wenn der Geschäftslageindikator insgesamt um rund sechs Prozentpunkte auf 34,5 Prozent gesunken ist, bewerten noch immer neun von zehn Unternehmen ihre Lage als befriedigend oder gut. Besonders gut ist die Stimmung in der Immobilienwirtschaft, im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie in der Versicherungsbranche.

Industrie spürt Folgen weltwirtschaftlicher Konflikte

Gedämpft wirkt die Stimmung in Teilen der Industrie, wenn man sie mit Handel und Dienstleistung vergleicht. „Die Belastungen durch Konflikte in der internationalen Wirtschaftspolitik sind spürbar“, sagt Reichardt. „Die verringerte Dynamik der Weltwirtschaft wirkt sich auf die hiesigen Unternehmen aus.“ Das zeigt sich auch bei den Erwartungen. So gehen die Hersteller von Eisen, Blechen und Metallen, Gummi- und Kunststoffwaren sowie der Maschinenbau und der Fahrzeugbau von einer schlechteren Entwicklung aus.

Investitionsbereitschaft geht zurück

Eine positive Nachricht ist, dass der Saldo der Erwartungen der Unternehmen im Vergleich zur vorherigen Umfrage um 2,7 Punkte gestiegen und nunmehr leicht positiv ist. Trotzdem sind die Investitionsabsichten der Unternehmen im IHK-Bezirk Köln per saldo von 21,6 Punkten auf 15,2 Punkte gesunken. Allerdings zeigen sich im Detail Unterschiede. Während Industrieunternehmen insgesamt geringere Investitionen planen als zu Jahresbeginn, wollen Unternehmen im Dienstleistungsbereich mehr ausgeben. Für rund zwei Drittel der befragten Unternehmen ist die Ersatzbeschaffung weiterhin das wichtigste Motiv für Investitionen.

Arbeitsmarkt

Die Bereitschaft zu Neueinstellungen ist bei den Unternehmen zuletzt abermals leicht zurückgegangen. 26,5 Prozent der Befragten (vorherige Umfrage: 29 Prozent) möchten in den kommenden Monaten weitere Mitarbeiter einstellen, 17,6 Prozent (15,1 Prozent) planen, Personal abzubauen. Mehr als die Hälfte will indes den derzeitigen Beschäftigungstand halten. Vor allem die Branchen Unternehmensberatung, Gesundheitswirtschaft, Informationswirtschaft und der Großhandel möchten mehr Personal einstellen, während insbesondere der Fahrzeugbau, die Kreditwirtschaft sowie Hersteller von Eisen, Blechen und Metallen und von Gummi- und Kunststoffwaren mit weniger Beschäftigten planen.

Hauptrisiko: Fachkräftemangel

Zum fünften Mal in Folge nennen die befragten Unternehmen den Fachkräftemangel als größtes Risiko für die Konjunktur. Das Thema Fachkräfte ist daher auch ein Schwerpunkt der Arbeit der IHK Köln. „Wir unterstützen die Unternehmen etwa mit unserer Fachkräfteberatung oder mit verschiedenen Aktionen im Zuge der #ichwerdewas-Kampagne bei der Suche nach Nachwuchskräften und qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, sagt Hauptgeschäftsführer Reichardt. Für die Industrieunternehmen stellt die Entwicklung der Inlands- und Auslandsnachfrage ein noch größeres Risiko dar als der Fachkräftemangel.

Ergebnisse für die Stadt Köln

Die Unternehmen in der Stadt Köln haben eine schwächere Lage vermeldet. Der Lageindikator ist von 41,9 Punkten auf 35 Punkte gesunken. 43,3 Prozent der Unternehmen melden eine gute Lage (vorherige Umfrage: 50 Prozent) und 8,3 Prozent eine schlechte Lage (8,1 Prozent). Im Hinblick auf die kommenden zwölf Monate sind die Erwartungen der Unternehmen dagegen leicht gestiegen. Als größtes Risiko für ihr Geschäft nennen die Unternehmen den Fachkräftemangel. „Grundsätzlich ist dieses Problem in einer boomenden Großstadt wie Köln zwar weniger gravierend als andernorts“, sagt Hauptgeschäftsführer Reichardt, „doch auch hier bereitet das Thema den Unternehmen Sorgen.“ So hat der Fachkräftereport der IHK NRW ergeben, dass in der Region Köln in Industrie, Handel und Dienstleistungsbranche im Jahr 2030 rund 88.000 (NRW: 738.000) Fachkräfte zu fehlen drohen. Als problematisch betrachten die Unternehmen darüber hinaus besonders die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und die Frage nach der Stabilität der Inlandsnachfrage.

Den ausführlichen Konjunkturbericht und alle Datenblätter finden Sie auf unserer Konjunktur-Internetseite.


Jörn Wenge Hauptgeschäftsführung 0221 1640-1620 0221 1640-1690 joern.wenge@koeln.ihk.de

Jörn Wenge

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