Import in die EU

Was ist alles zu beachten, wenn sich ein Importgeschäft zu entwickeln beginnt?

Nach den Bestimmungen des Zollkodexes der Europäischen Union (EU) in Verbindung mit dem deutschen Außenwirtschaftsgesetz ist die Einfuhr von Waren aus Drittländern (Nicht-EU-Ländern) grundsätzlich ohne besondere Förmlichkeiten möglich. Allerdings gibt es Ausnahmen von dieser Regel und damit unterschiedliche Verfahrensvorschriften bei der Zollabfertigung.

Jede eingeführte Ware wird in das so genannte Harmonisierte System mit einer elf-stelligen Nummer eingeordnet. Nur anhand dieser Codenummer können die Einfuhrbestimmungen im elektronischen Zolltarif ermittelt werden. Dazu ist es notwendig die Ware genau zu beschreiben (zum Beispiel: Damenbluse, gewebt, aus 60 Prozent Viskose und 40 Prozent Seide, oder Personenkraftwagen mit einem Hubraum von 1.500 cm³, Diesel).

Der elektronische Zolltarif gibt Aufschluss darüber, ob die Ware besonderen Einfuhrbestimmungen unterliegt. So können Agrarwaren häufig nur dann eingeführt werden, wenn eine Einfuhrgenehmigung erteilt ist. Waren, die aus bestimmten international geschützten Pflanzen- oder Tierarten hergestellt wurden, dürfen nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen eingeführt werden.

Bei der Einfuhr werden auch die fälligen Abgaben erhoben:
a) Einfuhrumsatzsteuer
b) Verbrauchsteuern
c) Zölle

Die Einfuhrumsatzsteuer wird immer erhoben, entweder zum vollen Steuersatz (19 Prozent) oder zum ermäßigten Steuersatz (sieben Prozent). Verbrauchsteuern fallen nur bei bestimmten Waren an (zum Beispiel Tabak, Alkohol, Mineralöl). Die Höhe der Zölle hängt von verschiedenen Faktoren ab. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen allgemeinen Präferenzzöllen, besonderen Präferenzzöllen und Drittlandszöllen.

Bei der Einfuhr aus Entwicklungsländern kommen die allgemeinen Präferenzzollsätze (Formblatt A), bei Ländern mit denen die Europäische Union besondere Abkommen getroffen hat (EUR.1, A.TR) die besonderen Präferenzzollsätze, und für alle anderen Länder die Drittlandszollsätze zur Anwendung. Zu beachten ist, dass die Präferenzzollsätze nur gewährt werden, wenn die Waren auch in dem jeweiligen Exportland hergestellt wurden (Ursprungsprinzip) und ein entsprechender Präferenznachweis (z. B. EUR.1, A.TR oder Ursprungserklärung auf Handelsrechnung) angemeldet wird. Im Agrarsektor (Marktordnungswaren) setzt sich der Zollsatz in vielen Fällen aus mehreren Teilzollbeträgen zusammen (zum Beispiel spezifischer Zoll, Zusatzzoll, Agraranteil, Ausgleichsabgaben).

Welche Papiere bei der Einfuhrabfertigung benötigt werden, ist je nach Warenart beziehungsweise Lieferland unterschiedlich. Bei jeder Einfuhr ist dem Zoll eine Einfuhranmeldung elektronisch über das ATLAS-System oder schriftlich mit dem Vordruck „Einfuhranmeldung“ abzugeben. Bei zollpflichtigen Waren, die einen Wert von 20.000 Euro übersteigen, ist zusätzlich der Vordruck „Anmeldung der Angaben über den Zollwert“ abzugeben. Sind besondere Einfuhrbestimmungen zu beachten, können noch zusätzliche Papiere wie Ursprungszeugnis, Einfuhrgenehmigung, Einfuhrüberwachungsdokument, Exportlizenzen, Präferenznachweise verlangt werden.

Lieferungen aus EU-Mitgliedstaaten
Werden Waren aus den EU-Mitgliedstaaten nach Deutschland geliefert, so spricht man nicht mehr von Warenimport sondern von Warenerwerb. Eine zollamtliche Behandlung von Waren ist nicht mehr notwendig, so dass keine Zollpapiere mehr benötigt werden. Auf Grund der fehlenden Mehrwertsteuerharmonisierung muss für jede erhaltene Ware Erwerbssteuer in Höhe der deutschen Mehrwertsteuer gezahlt werden.

Unternehmen, die ihren Sitz in einem EU-Mitgliedsstaat haben, müssen über die Finanzverwaltung in Saarlouis eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (Ust-IdNr.) beantragen. Zur Anerkennung der Steuerfreiheit müssen folgende Angaben erscheinen: Die eigene Ust-IdNr. und die des Abnehmers, sowie ein Hinweis auf die steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung.

Für Privatpersonen, im Versandhandel und für Lieferungen von Fahrzeugen gibt es Sonderbestimmungen. Werden verbrauchsteuerpflichtige Waren befördert, muss dafür ein „Warenbegleitschein für verbrauchsteuerpflichtige Ware“ im Abgangsmitgliedstaat ausgestellt werden.

Haben die Wareneingänge aus Mitgliedstaaten im Vorjahr 800.000 Euro überschritten, so muss noch eine gesonderte monatliche Meldung für die Intrahandelsstatistik an das Statistische Bundesamt erfolgen. Wird diese Schwelle im laufenden Kalenderjahr erreicht, beginnt die Meldepflicht in dem Monat, in dem die Schwelle überschritten wird.

Die vom Importeur zu beachtenden Vorschriften hat die IHK Köln in einem Artikel "Einfuhrbestimmungen - Ein Kurzraster zum Einstieg" zusammengestellt.


Özlem Tabakoglu International und Unternehmensförderung 0221 1640-1557 0221 1640-1559 oezlem.tabakoglu@koeln.ihk.de
Sandra Vogt International und Unternehmensförderung 0221 1640-1554 0221 1640-1559 sandra.vogt@koeln.ihk.de

Özlem Tabakoglu

International und Unternehmensförderung

0221 1640-1557

0221 1640-1559

oezlem.tabakoglu@koeln.ihk.de

Sandra Vogt

International und Unternehmensförderung

0221 1640-1554

0221 1640-1559

sandra.vogt@koeln.ihk.de

Wie bewerten Sie diese Seite?

Absenden

Vielen Dank für Ihr Feedback!

Mehr zu diesem Thema:

Import

Einfuhrbestimmungen - Ein Kurzraster zum Einstieg

Wenn Waren nach Deutschland bzw. in die EU eingeführt werden, sind im Vorfeld einige Vorbereitungen zu treffen. Die vom Importeur zu beachtenden Vorschriften hat die IHK Köln zusammengestellt.

weiter
Import

Parallelimporte und Plagiate - Vorsicht ist geboten!

Die IHK Köln informiert über die Gefahren und Risiken mit dem "Merkblatt zum Import von echten und gefälschten Markenprodukten".

weiter
Import & Export

NEU: Praktische Arbeitshilfe Export/Import 2018

Die 19. Auflage erscheint Ende November 2018.

weiter
Zoll

Zollinformationen im Internet

Über die folgenden Links führt Sie die IHK Köln zu Informationen und Datenbanken zum Thema Zoll.

weiter
Import & Export

Export und Import von Holzverpackungen

Nicht nur die Ausfuhr von Waren ist an Vorschriften gebunden. Auch die Verpackung der Waren - gerade wenn es sich um Holz handelt - ist in vielen Ländern Richtlinien unterworfen.

weiter
Import & Export

Allgemeines Präferenzsystem (APS) mit Registriertem Exporteur (REX)

Seit 2014 steht das Fördersystem für Entwicklungsländer auf dem Prüfstand. Seither fallen jedes Jahr etliche Länder aus dem Präferenzsystem, die den Status von bedürftigen Entwicklungsländern im Sinne der Verordnung nicht mehr erfüllen.

weiter
Umsatzsteuer

Umsatzsteuer

Merkblätter zum Download

weiter
Länder & Märkte

Holz und Holzerzeugnisse: EU-Holzhandelsverordnung

Die EU-Holzhandelsverordnung verbietet das Inverkehrbringen von Holz und Holzerzeugnissen aus illegalem Einschlag. Unter die Verordnung fallen z. B. Brennholz, Rohholz, besonders geschnittenes Holz, Furnierblätter, Spanplatten, verdichtetes Holz, Holzrahmen, Fässer, bestimmte Zellstoffe und Papiere sowie Holzmöbel.

weiter
Länder & Märkte

Die Warennummern

Unternehmen benötigen sie für alle Zollmeldungen und für die Intrahandelsstatistik

weiter