Dok.-Nr. 227060

IHK Köln: Corona-Hilfen müssen schnell ankommen

Pressemitteilung, 19. März. Maßnahmenpaket darf nicht an der Umsetzung scheitern.

In der Corona-Krise stehen viele kleine Unternehmen vor dem Aus – die Kosten, wie zum Beispiel die Mietzahlungen für April, laufen weiter, aber staatliche Zuschüsse gibt es noch nicht, sagt Dr. Nicole Grünewald, Präsidentin der IHK Köln. „Dass der von der IHK-Organisation geforderte Notfallfonds für kleine Betriebe und Soloselbstständige kommen soll, ist eine gute Nachricht. Wenn die Hilfen aber nicht sehr kurzfristig und unbürokratisch bei den Unternehmen und Selbständigen ankommen, verpuffen sie wirkungslos.“

Soforthilfen seien das Gebot der Stunde, so Grünewald. Nordrhein-Westfalen hinke teilweise anderen Bundesländern hinterher. „In Bayern erhalten Unternehmen schon Soforthilfen, NRW aber wartet auf den Bund. Dabei hat das Virus unser Bundesland besonders heftig getroffen.“ 

Unternehmen bemühen sich vergeblich um Liquidität

Viele Unternehmen bemühen sich derzeit vergeblich um Liquidität. So melden betroffene Betriebe in den Gesprächen mit den Beraterinnen und Beratern der IHK Köln zurück, dass sie teilweise keine Termine bei den Banken oder nur Standardkreditangebote bekommen und auch Unsicherheit zu den Förderprogrammen von Bund und Ländern zu spüren ist. „Insbesondere Kleinunternehmen aus Branchen mit sowieso schon angespanntem Rating, wie zum Beispiel der Gastronomie, kommen im Hausbankenverfahren derzeit in vielen Fällen nicht an die benötigten Mittel. Aber gerade diese Betriebe brauchen Hilfe“, sagt Ulf Reichardt, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln.

Schwierigkeiten gibt es derweil auch bei den Steuern. So berichten Unternehmen, dass die Finanzämter die Aussetzung und Herabsetzung von Steuerzahlungen oder zum Teil sogar Gespräche darüber ablehnen würden. Die Erlasse des Bundesfinanzministeriums vom heutigen Tage bieten eine wesentliche Grundlage für ein länderübergreifendes Vorgehen. In Bayern hatte die Finanzverwaltung bereits seit mehreren Tagen ein Formblatt ins Netz gestellt, mit dem Unternehmen einfach Steuererleichterungen beantragen können. „Es war höchste Zeit, dass wir in Nordrhein-Westfalen auch so eine Möglichkeit bekommen“, sagt Reichardt.

Einzelhändler brauchen Unterstützung und Richtlinien für Hygienemaßnahmen

Darauf angewiesen seien besonders die vielen Einzelhändler, die jetzt auf Anordnung für mindestens mehrere Wochen ihre Geschäfte schließen müssen und häufig keine großen Rücklagen haben. „Es sind gerade diese inhabergeführten Läden, die die Attraktivität unserer Innenstädte ausmachen und die nun Unterstützung brauchen“, so Reichardt.

Gleichzeitig sei es für diese Betriebe nun mehr als je zuvor existenziell wichtig, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, auf anderen, digitalen Kanälen ihre Produkte zu vertreiben. „Es gibt auch dafür Förderprogramme und Beratungsmöglichkeiten der IHK Köln. Der digitale Umschwung muss in einigen Branchen nun schneller erfolgen“, sagt Reichardt.

Viele Einzelhändler, die auch nach den jüngsten Beschlüssen noch geöffnet bleiben dürfen, wissen zudem nicht, wie sie die neuen Anforderungen zur Corona-Prävention umsetzen sollen. Reichardt: „Die Betriebe brauchen einheitliche Vorgaben und Leitlinien, welche Hygienemaßnahmen sie einführen und wie sie den Zutritt steuern sollen.“ Das betreffe auch die Frage, welche Betriebe denn jetzt noch offen bleiben dürften. Noch immer, so die Erfahrung vieler Unternehmen, fehlten genaue Abgrenzungen.


Corona-Krise: Hilfe und Informationen für Unternehmen

Hotline: 0221 1640-4444

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Pressekontakt für Medien: 0221 1640-1610

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