Entsendung deutscher Arbeitnehmer nach Frankreich

Für den Einsatz von Mitarbeitern in Frankreich gelten strenge Vorschriften.

Firmen, die Mitarbeiter zur vorübergehenden Ausführung von Arbeiten nach Frankreich entsenden, sind verpflichtet, dies vor Beginn des Einsatzes der örtlich zuständigen Arbeitsinspektion (INSPECTION DU TRAVAIL) über das Internetportal "SIPSI" des französischen Staates anzuzeigen. Die grenznahe IHK Südlicher Oberrhein hat dazu eine kostenlose Ausfüllhilfe erstellt.

Neben der Meldung des Einsatzes über das Internetportal ist zudem ein Repräsentant bzw. Vertreter vor Ort für die Dauer der Entsendung zu benennen. Der Repräsentant stellt die Verbindung zwischen der Arbeitsinspektion, dem Service der Polizei und Gendarmerie sowie den Zoll-und Steuerbehörden her. Er hält für mögliche behördliche Kontrollen die Unterlagen vor. Der Vertreter muss in der Lage sein, sich in französischer Sprache auszudrücken.

Die AHK Frankreich bietet Unterstützung bei den Formalitäten und übernimmt auf Honorarbasis die Rolle des Vertreters.

Mitarbeiter müssen bei Entsendungen einen Sozialversicherungsausweis mit sich führen, der bei Kontrollen vorzulegen ist. Zur Bescheinigung der Sozialversicherungspflicht dient in Deutschland dazu die Bescheinigung A1, die von der jeweiligen Krankenkasse ausgestellt wird.

Ein nach Frankreich entsandter Mitarbeiter eines deutschen Unternehmens darf während des Einsatzes nicht schlechter entlohnt werden als ein vergleichbarer französischer Mitarbeiter. Dabei müssen auch die in Frankreich geltenden tarifvertraglichen Zusatzleistungen (Überstundenzugschläge, Verpflegungspauschalen etc.) berücksichtigt werden.

Entsendung im Baugewerbe

Unternehmen, die Mitarbeiter zu Bauleistungen nach Frankreich entsenden, sind seit dem 22. März 2017 verpflichtet, eine Berufsidentifikationskarte „Carte d’identification professionnelle BTP“ zu beantragen. Die Karte ist personenbezogen und muss vor der Entsendung sowohl für Angestellte als auch für Zeitarbeiter, ergänzend zur Entsendeerklärung SIPSI, beantragt werden. Die Berufsidentifikationskarte enthält personenbezogene Informationen zum Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Staatsangehörigkeit, Adresse der Baustelle, Dauer der Bautätigkeit etc.

Die Beantragung einer Berufsidentifikationskarte „Carte d’identification professionnelle BTP“ läuft über folgende Online-Plattform.

Meldepflichten im Transportgewerbe

Seit dem 1. Januar 2017 müssen auch Transportunternehmen ihre Entsendungen (zum Beispiel Fahrer) über das Online-Portal melden.

Für ausländische Transport- und Schifffahrtunternehmen, die Mitarbeiter (d.h. auch Fahrer) auf französischem Staatsgebiet einsetzen (unabhängig von der Dauer), gelten besondere Vorschriften. Betroffen sind grenzüberschreitende Gütertransporte mit Bestimmungs- oder Ausgangsort in Frankreich, ausgenommen sind Transitfahrten.

Für deutsche Transportunternehmen, die Mitarbeiter nach Frankreich entsenden, gelten folgende Vorschriften:

  • Entsendebescheinigung („Attestation de détachement“)
  • Benennung eines Vertreters in Frankreich („Représentant“)
  • Einhaltung des französischen Mindestlohns („SMIC“)
  • Sozialversicherungsnachweis (A1-Bescheinigung)


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