Erwartungen der Unternehmen an die kommenden Monate bleiben verhalten

Pressemitteilung, 3.12.2020. Die Konjunkturentwicklung der kleinen und mittleren Unternehmen im IHK-Bezirk Köln

Es ist wenig verwunderlich, aber in dieser Größenordnung trotzdem noch einmal ein deutliches Alarmzeichen: Bei den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im Bezirk der IHK Köln hat sich das Geschäftsklima um rund 26,6 Prozentpunkte verschlechtert. Das stellt die IHK Köln bei ihrer Auswertung einer aktuellen Konjunkturumfrage fest, innerhalb derer von Ende September bis Anfang November Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten befragt wurden – darunter Einzelunternehmen ebenso wie mittelständische Betriebe. Rund 500 Unternehmen antworteten und gaben überwiegend an, dass sich nicht nur die aktuelle Lage, sondern auch die Erwartungen an die kommenden Monate erheblich verschlechtert haben: Der Erwartungsindikator rutschte in den einstelligen negativen Bereich. Zuletzt war dies im Jahr 2012 der Fall.

 Corona-Auswirkungen branchenabhängig

Immer noch 30 Prozent der befragten Unternehmen stufen ihre derzeitige Wirtschaftslage als gut ein (Umfrage im vergangenen Jahr: 42 Prozent) und 42 Prozent bewerten die Lage als befriedigend (Vorumfrage 46 Prozent). Das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zahl der Unternehmen, die eine schlechte Geschäftslage angibt, sich mit 28 Prozent mehr als verdoppelt hat (Vorumfrage 12 Prozent). Hier zeigt sich, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie sehr branchenabhängig sind: Baugewerbe und Immobilienwirtschaft gaben eine ähnliche Lagebewertung wie im vergangenen Jahr ab, die personenbezogenen Dienstleistungsunternehmen dagegen sind 2020 die Branche mit der schlechtesten Lagebewertung.

Industrie, Dienstleistungswirtschaft und Handel bleiben pessimistisch

Die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung der kommenden Monate sind zurückhaltend. Nur noch 17 Prozent der Unternehmen glauben an eine bessere Entwicklung (Vorjahr: 21 Prozent). Dass die Corona-Pandemie noch lange nicht überwunden ist, scheint jedoch ein größerer Teil der kleinen und mittleren Unternehmen zu glauben: 24 Prozent der Befragten rechnen damit, dass sich die Geschäftslage noch weiter verschlechtern wird. Zu den eher pessimistisch auf die nächsten Monate blickenden Unternehmen gehören vor allem Industrieunternehmen, die Dienstleistungswirtschaft und auch die Handelsunternehmen.

 Investitionen

Die Investitionsdynamik der Unternehmen in der Region der IHK Köln hat im Herbst 2020 per saldo deutlich nachgelassen. Mittlerweile will mehr als ein Drittel der Unternehmen - 36 Prozent - Investitionen zurückzufahren (Vorjahr: 20 Prozent). Die Investitionszurückhaltung betrifft derzeit vor dem Hintergrund der Pandemie Unternehmen quer durch alle Hauptbranchen.

 Beschäftigungspläne

Auch die Beschäftigungsaussichten bei den kleinen und mittleren Unternehmen im IHK-Bezirk Köln sind gesunken. Per saldo sind es 8,6 Punkte weniger als im Vorjahr. Nur elf Prozent aller befragten Unternehmen geben an, in den kommenden Monaten weitere Mitarbeiter einstellen zu wollen (Vorjahresumfrage: 15 Prozent), zwölf Prozent wollen Beschäftigungsverhältnisse abbauen, 77 Prozent planen derzeit noch, am derzeitigen Beschäftigungsstamm festzuhalten.

Erstaunlich scheint, dass es derzeit für rund 22 Prozent der Unternehmen laut eigener Aussage schwierig ist, Mitarbeitende für eine Festanstellung zu finden (Vorjahresumfrage: 26 Prozent). Allerdings ist das in genau den Branchen der Fall, die unter der Pandemie weniger leiden: Baugewerbe, Maschinenbau, Gesundheitswirtschaft und das Verkehrsgewerbe. Die Probleme bei der Besetzung offener Stellen für Auszubildende haben im Vergleich zur Vorjahresumfrage leicht abgenommen. Hier haben sechs Prozent der Unternehmen Engpässe. Dabei melden vor allem die Branchen Baugewerbe, Gesundheitswirtschaft, Großhandel, Hotel- und Gaststättengewerbe Probleme bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen.

 Entwicklung in den Regionen

Lage und Erwartungen sind in den Teilregionen unterschiedlich: In der Stadt Köln, im Rheinisch-Bergischen Kreis und im Oberbergischen Kreis ist der Lageindikator im Vergleich zur letzten Umfrage deutlich gesunken. Im Rhein-Erft-Kreis hat sich die Stimmung im Vergleich zur letzten Umfrage etwas verschlechtert. In Leverkusen hingegen hat sich die Lagebewertung der befragten Betriebe verbessert. In Köln bezeichnen rund 24 Prozent ihre Lage als gut. In Leverkusen sind es rund 40 Prozent der Unternehmen, die von einer guten Geschäftslage sprechen. Im Rhein-Erft-Kreis melden 36 Prozent der Unternehmen eine gute Lage, im Oberbergischen Kreis sind es 30 Prozent und im Rheinisch-Bergischen Kreis rund 32 Prozent der Unternehmen.

Hinsichtlich der Erwartungen der kommenden zwölf Monate gehen der Oberbergische und der Rheinisch-Bergische Kreis sowie der Rhein-Erft-Kreis von einer Verschlechterung aus. Dagegen rechnen die Unternehmen in Köln mit einer gleichbleibenden Entwicklung. Die Unternehmen in Leverkusen sind dagegen etwas positiver gestimmt.

Den Bericht zur Umfrage finden Sie auf dieser Webseite unter der Dok.Nr. 33263

Sabina Janssen Hauptgeschäftsführung 0221 1640-1670 0221 1640-1690 sabina.janssen@koeln.ihk.de

Sabina Janssen

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