Dok.-Nr. 199140

Ergebnisse der Konjunkturumfrage Winter 2018/19

Unternehmen sind mit guter Stimmung ins neue Jahr gestartet - aber weniger Zuversicht für die kommenden Monate

Köln, 6. Februar 2019. Zu Jahresbeginn melden die Unternehmen in Köln und der Region weiterhin eine gute Stimmung, aber deutliche Zurückhaltung, was die Erwartung für die kommenden zwölf Monate angeht. Als Top-Branchen behaupten sich Immobilienwirtschaft, Baugewerbe sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe. Das zeigen die Ergebnisse der Konjunkturumfrage zum Winter 2018/19, an der 660 Unternehmen aus dem Bezirk der IHK Köln teilgenommen haben; rund die Hälfte davon aus der Stadt Köln.

„Neun von zehn Unternehmen im Bezirk der IHK Köln bezeichnen ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend“, sagt Ulf Reichardt, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln. Der Geschäftslageindikator ist jedoch auf 40,6 Punkte gesunken (44,2 Punkte bei der Herbstumfrage). Auch der IHK-Konjunkturklimaindikator ist auf 117,1 Punkte gesunken (123,1 Punkte im Herbst). „Besonders bei der Industrie ist die Lagebewertung deutlich zurückhaltender, auch der Handel hat eine leicht gesunkene Bewertung abgegeben“, erläutert Reichardt. Diese Einschätzung spiegelt sich auch bei den Erwartungen für die kommenden zwölf Monate: Der Indikator ist zum ersten Mal seit sechs Jahren in den negativen Bereich gesunken, von 5,1 Punkten im Herbst auf -2,4 in der aktuellen Umfrage. Positiver schauen das Baugewerbe, Werbung, Marktforschung, Gesundheitswirtschaft, Elektroindustrie, Kreditwirtschaft und Informationswirtschaft in die Zukunft. „Die Erwartungen schwanken zwischen den einzelnen Branchen noch stark, besonders die Industrie dürfte jedoch in ihrer negativeren Einschätzung besonders auf die Unsicherheiten im internationalen Bereich reagieren.“, sagt Reichardt. In dieser Branche ist der Erwartungsindikator von 0,5 Prozentpunkte auf -14,5 im Vergleich zur Vorumfrage gesunken. 28 Prozent der Industrieunternehmen erwarten im Bezirk der IHK Köln eine schlechtere Entwicklung für die kommenden zwölf Monate. Im Herbst waren es noch 15,9 Prozent.

Hauptrisiko: Fachkräftemangel

Bereits das vierte Mal in Folge bezeichnen die Unternehmen den Fachkräftemangel als das größte Geschäftsrisiko. Nunmehr 60 Prozent sehen hier mit großem Vorsprung vor den anderen Risiken die größte Bedrohung für zukünftigen Geschäftserfolg. „Im Vergleich zu anderen NRW-Regionen sieht es im Bezirk der IHK Köln zwar etwas günstiger aus, aber nach aktuellen Prognosen werden hier im Jahr 2030 rund 88.000 Fachkräfte fehlen“, sagt Ulf Reichardt. „Mit unserer Kampagne #ichwerdewas, unserer Fachkräfteberatung und vielem mehr unterstützen wir Unternehmen bei der Rekrutierung von Nachwuchskräften.“

Weitere Sorgen bereiten den Unternehmen die Inlandsnachfrage und die gestiegenen Arbeitskosten. Bei den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen stehen Protektionismus, Handelsbarrieren und Sanktionen bei internationalen Geschäften im Vordergrund. An zweiter Stelle nannten die Unternehmen zunehmende Regularien, kurz gefolgt von drohenden Dieselfahrverboten.

Außenhandel: Erwartungen etwas gesunken

Von einem wachsenden Außenhandelsgeschäft gehen aktuell 19 Prozent der Unternehmen aus (vor einem Jahr waren es noch 33 Prozent), 60 Prozent erwarten eine gleichbleibende Entwicklung. Allerdings rechnen 21 Prozent mit einer Verschlechterung der Lage. Die Investitionsneigung der exportierenden Unternehmen hat leicht zugenommen. Diese Beobachtung gilt auch für die Investitionsabsichten insgesamt bei den Betrieben im Bezirk der IHK Köln: 37 Prozent planen mit mehr Investitionen (33 Prozent vor einem Jahr). Die Ersatzbeschaffung bleibt dabei das vorherrschende Motiv für Investitionen (66 Prozent).

Ergebnisse für die Stadt Köln

Im Winter 2018/19 melden die Unternehmen in der Stadt Köln eine leicht verbesserte Lage (50 Prozent schätzen ihre Lage als gut ein, in der Vorumfrage waren es 49 Prozent). Allerdings sind die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate nochmals leicht zurückgegangen und weniger optimistisch als bei der Vorumfrage. Die Beschäftigungspläne sind weiterhin positiv. Ulf Reichardt: „Im Zusammenspiel mit einem robusten Arbeitsmarkt ist daher davon auszugehen, dass es weiterhin einen langsamen, aber stetigen Beschäftigungsaufbau in Köln gibt.“

Den ausführlichen Konjunkturbericht und die Auswertungen für die Regionen finden Sie auf unserer Infoseite zum Download.


Dr. Susanne Hartmann Hauptgeschäftsführung 0221 1640-1600 0221 1640-1690 susanne.hartmann@koeln.ihk.de

Dr. Susanne Hartmann

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