Entschädigung für Selbstständige und Angestellte bei Kinderbetreuung

Erhalten Selbstständige und Angestellte eine Entschädigung, wenn sie ihre Kinder Zuhause betreuen müssen?

Selbstständige oder Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die wegen Kinderbetreuung einen Verdienstausfall erleiden, können unter bestimmten Voraussetzungen einen Entschädigungsanspruch in Höhe von 67 Prozent des entstandenen Verdienstausfalls für einen Zeitraum von längstens zehn Wochen , erwerbstätige Personen, die ihr Kind allein beaufsichtigen, betreuen oder pflegen, längstens für 20 Wochen haben.

Für einen vollen Monat wird höchstens ein Betrag von 2.016 Euro gewährt. Bei Arbeitsverhältnissen muss der Arbeitgeber in Vorleistung gehen und kann dann die Entschädigung beantragen. Folgende Voraussetzungen müssen gegeben sein:

  • die Schule oder Kindertagesstätte, die das Kind des Mitarbeitenden oder des Selbständigen besucht, muss aufgrund behördlicher Anordnung zur Verhinderung der Verbreitung einer Infektionskrankheit geschlossen worden sein oder (neu seit 19.11.2020) das Kind sich in Quarantäne befinden oder (gilt rückwirkend zum 16.12.2020) Schul- oder Betriebsferien angeordnet oder verlängert oder die Präsenzpflicht in einer Schule aufgehoben worden sein und
  • das Kind darf das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben (d.h. dass das Kind höchstens 11 Jahre alt ist) oder das Kind hat eine Behinderung und ist auf Hilfe angewiesen und
  • das Kind muss in der Zeit der Schließung von dem Arbeitnehmer bzw. dem selbstständig Tätigen selbst zu Hause betreut werden, weil
  • eine anderweitige zumutbare Betreuung nicht sichergestellt werden konnte.

 Alle vier genannten Bedingungen müssen erfüllt sein.

Die Anmeldung und allgemeine Informationen finden Sie auf einer Gemeinschaftsseite von Bund und NRW zum Infektionsschutzgesetz.

 Weitere Informationen, auch zum Verfahren, finden Sie auf der Seite des Landschaftsverbands Rheinland.

Rückwirkend zum 5. Januar 2021 wurde der Anspruch gesetzlich versicherter Beschäftigter auf Kinderkrankengeld für das Kalenderjahr 2021 auf längstens 30 Arbeitstage je versichertem Kind, für Alleinerziehende längstens für 60 Arbeitstage je versichertem Kind verlängert. Insgesamt besteht der Anspruch für nicht mehr als 65 bzw. 130 Arbeitstage.

Ein Anspruch ist auch dann gegeben, wenn

  • Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderung von der zuständigen Behörde vorübergehend geschlossen werden
  • oder deren Betreten, auch auf Grund einer Absonderung, untersagt wird
  • oder wenn von der zuständigen Behörde Schul- oder Betriebsferien angeordnet oder verlängert werden oder die Präsenzpflicht in einer Schule aufgehoben wird oder der Zugang zum Kinderbetreuungsangebot eingeschränkt wird oder das Kind auf Grund einer behördlichen Empfehlung die Einrichtung nicht besucht.

Die Krankenkasse kann die Vorlage einer Bescheinigung der Einrichtung oder der Schule als Nachweis verlangen. Wird dieses Kinderkrankengeld in Anspruch genommen, können die Eltern daneben keine Entschädigung nach dem IfSG erhalten. Der Anspruch gilt nicht für Privatversicherte.

Das Land NRW hat eine eigene Regelung geschaffen für Fälle, die von der Kind-krank-Regelung nicht erfasst werden, wie privat versicherte Kinder gesetzlich versicherter Elternteile oder für Selbsständige. Informationen und den Onlineantrag finden Sie auf der Seite der Bezirksregierung Köln.

Susanne Wollenweber Recht und Steuern 0221 1640-3100 0221 1640-3190 susanne.wollenweber@koeln.ihk.de

Susanne Wollenweber

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0221 1640-3100

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