Coronavirus und Homeoffice

Steuerliche Berücksichtigung vom Homeoffice

Kosten für die Nutzung des Büros zu Hause aufgrund von Corona bedingten Vorsichtsmaßnahmen können unter bestimmten Bedingungen von der Steuer abgesetzt werden. Bitte beachten Sie folgendes:

Grundsätzlich trägt der Arbeitgeber alle Aufwendungen (Betriebsausgaben), die der Arbeitnehmer für seine Arbeit - auch im Homeoffice - tätigt. Das gilt beispielsweise für Kommunikationskosten (Telefon usw.) oder Büromaterial. Es können aber auch abweichende Regelungen getroffen werden, so zum Beispiel, dass der Arbeitnehmer eigene Geräte auf eigene Kosten benutzt. Solche Regelungen sollten unbedingt schriftlich vereinbart werden.

Steht jemandem für seine betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, kann er die Aufwendungen für ein steuerlich anerkanntes häusliches Arbeitszimmer unter bestimmten Voraussetzungen bis zur Höhe von 1.250 Euro im Veranlagungsjahr als Werbungskosten (Selbständige als Betriebsausgaben) geltend machen. Nach Ansicht der Finanzverwaltung ist der volle Höchstbetrag von 1.250 Euro auch dann zu berücksichtigen, wenn das häusliche Arbeitszimmer nicht für das ganze Jahr genutzt wird, sondern beispielsweise nur für die Zeit, in der man wegen des Coronavirus zu Hause arbeitet.

Ein unbeschränkter Abzug ist nur zulässig, wenn das‎ häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet. Die Voraussetzungen sind dann jedoch zeitanteilig zu prüfen, d. h. Aufwendungen von mehr als 1.250 Euro können in diesem Fall nur berücksichtigt werden, soweit sie auf den Zeitraum entfallen, in dem man zu Hause arbeitet.

Zahlungen des Arbeitgebers für die Nutzung des Homeoffice

Mit Schreiben vom 18.04.2019 hat die Finanzverwaltung zur aktuellen Rechtsprechung von Zahlungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer für die Vermietung eines Arbeitszimmers oder einer als Homeoffice genutzten Wohnung Stellung genommen.

Danach ist zu unterscheiden, ob bei den Zahlungen Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit oder aus Vermietung und Verpachtung vorliegen. Ist das Interesse des Arbeitnehmers an der Nutzung des Homeoffices höher, so liegt steuerpflichtiger Arbeitslohn vor. Ist das Interesse des Arbeitgebers höher, liegen Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung vor.

Das Interesse des Arbeitnehmers überwiegt, wenn der Arbeitnehmer neben dem Homeoffice einen weiteren Arbeitsplatz beim Arbeitgeber hat und der Arbeitgeber die Nutzung des Homeoffices duldet. Die Zahlungen des Arbeitgebers sind als steuerpflichtiger Arbeitslohn zu behandeln. Der Arbeitnehmer selbst kann in diesem Fall als Werbungskosten den Höchstbetrag von 1.250 Euro für ein häusliches Arbeitszimmer bei Nachweis der entsprechenden Kosten (anteilige Miete, Strom- oder Heizungskosten) geltend machen.

Das Interesse des Arbeitgebers überwiegt, wenn er dem Arbeitnehmer keinen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen kann und mit der Anmietung von entsprechenden Räumen keinen Erfolg hatte. Der Arbeitnehmer hat in diesem Fall Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung und kann die entstehenden Kosten für den Raum als Werbungskosten abziehen.

Ellen Lindner Recht und Steuern 0221 1640-3030 0221 1640-3690 ellen.lindner@koeln.ihk.de

Ellen Lindner

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