Baustellen qualitätvoll gestalten

Veranstaltungsrückblick

Baustelleneinrichtungen und deren Koordinierung tragen zur Stadtbildqualität bei – im Positiven wie im Negativen. Ein sensibler Umgang mit der ohnehin belasteten Baustellenumgebung sollte selbstverständlich sein. Da angesichts des hohen Sanierungsbedarfs dauerhaft zahlreiche Baustellen anstehen, ist es unabdingbar, dass sich sowohl private als auch städtische Bauherren mit dem Thema befassen.

Bereits im Jahr 2014 Jahr fand auf Einladung des Oberbürgermeisters der Stadt Köln in Kooperation mit der IHK Köln das Stadtbildforum statt. Dort wurde die Gründung von Arbeitsgruppen verabredet, die Vorschläge zur Verbesserung des Erscheinungsbildes der Stadt erarbeiten. Infolgedessen haben unter Leitung von Polizei, Stadt und IHK vier Arbeitsgruppen rund 50 Maßnahmen zur Stadtbildverbesserung erarbeitet, deren Ergebnisse im November 2015 präsentiert wurden. Eine der Maßnahmen ist die Befassung mit dem Thema „qualitätvolle Baustellen“.

Baustellenmanagement der Stadt Köln

Das Volumen der Baustellen im öffentlichen Straßenland steigt: Während im Jahr 2000 rund 11.700 Baumaßnahmen in Köln genehmigt wurden, waren es 2015 bereits 24.800. Um die steigende Anzahl zu koordinieren und die negativen Auswirkungen einzuschränken, wurden im April 2014 die städtische Position des Baustellenmanagers sowie acht zusätzliche Stellen eingerichtet.

Baustellenmanager Thomas Weil stellte seinen Aufgabenbereich vor. Ziel des Baustellenmanagements der Stadt Köln ist die Aufrechterhaltung von Verkehrsabläufen zur Sicherung der Mobilität und zur Erhaltung der Lebensqualität. Zu den Modulen gehören unter anderem die Koordination in Abstimmungsrunden, Steuerung (z. B. Vetorecht des Baustellenmanagers), Information (z. B. Verkehrskalender) oder Sanktionen. Auch konzentrierte Aktionen wie „Kölle entrümpeln“, bei denen überflüssige Verkehrszeichen oder vergessene Baustelleneinrichtungen beseitigt werden, finden statt.

Die „Baustellenfibel“ zeigt, worauf bei einem Bauvorhaben im öffentlichen Raum zu achten ist. Mit dem städtischen Online-Angebot „Sag's uns“ können Bewohner und Besucher Missstände im öffentlichen Raum melden; auch eine Kategorie Straßenbaustellen ist vorhanden.

Der anschließende Austausch zeigte, dass das Thema Sanktion verstärkt anzugehen ist, z. B. für nicht weggeräumte Bauzaunfüße oder Baustellenbaken. Außerdem sollen Baumaßnahmen des städtebaulichen Masterplans Innenstadt Köln auf dem Baustellenschild gekennzeichnet sein. Die Vorlage dafür existiert, wird aber nicht konsequent genutzt.

Gestaltungsbeispiele für Baustellen: Gerling-Quartier in Köln und Wehrhahn-Linie in Düsseldorf

Gelungenen Baustellen ist ein achtsamer Umgang mit der ohnehin belasteten Baustellenumgebung anzusehen. Robert Tucovic, Geschäftsführer, Immofinanz Deutschland GmbH, informierte, welche Maßnahmen getroffen wurden, damit die Baustelle „Gerling-Quartier“ in der Kölner Innenstadt aufgeräumt und sauber erscheint. Gerd Wittkötter, Projektleiter der Wehrhahn-Linie in Düsseldorf, erläuterte, wie die Erweiterung der U-Bahn stadtverträglich umgesetzt wurde.

Geeignete Instrumente sind zum Beispiel regelmäßiges Aufräumen, eine durchdachte Gestaltung der Bauzäune, Beleuchtung, Sicherstellung des Zugangs zu den betroffenen Lokalen, Wegeführungen und Anliegerinformationen.

Wenngleich eine ordentlich gestaltete Baustelle mit höheren Kosten einhergeht, sei dies betriebswirtschaftlich sinnvoll. Details sind den Präsentationen Gerling-Quartier und „Wehrhahn-Linie“ zu entnehmen.

Baustellengestaltung in Hamburg

Business Improvement Districts (BID, in NRW: Immobilien- und Standortgemeinschaften, ISG) sind ein Instrument der Stadtentwicklung. Es ermöglicht etwa Grundeigentümern und ansässigen Gewerbetreibenden – in Abstimmung mit der Stadt – den öffentlichen Raum in ihrem Quartier zu gestalten.

Damit die Baustellen stadtverträglich durchgeführt werden, trifft die Hansestadt Hamburg mit ihren BIDs Vereinbarungen über die Baustellengestaltung. Zum Beispiel wird die Nutzung von Fahrbahnflächen, den Schutz des Oberflächenbelags, die Schuttabfuhr oder die Gestaltung von Bauzäunen gesteuert. Ein Wegewart überwacht die Baustelle von der Antragstellung bis zur Baubeendigung. Frithjof Büttner, BID-Beauftragter der Hansestadt Hamburg, stellte die Vereinbarungen vor und berichtete über die Erfahrungen.  

Ausblick: IHK Projekt „lokale und regionale Baustellenkoordinierung“

Prof. Dr. Hartmut Reinhard und Prof. Dr. Thomas Krupp, TH Köln, stellten das IHK-Projekt „lokale und regionale Baustellenkoordinierung“ vor. Im Rahmen des Projekts werden die Stärken und Schwachstellen des Baustellenmanagements insbesondere an den Schnittstellen identifiziert und Verbesserungsansätze entwickelt. 

Die Veranstaltung fand am 01.09.2016 in der IHK Köln statt.
Einladungsflyer



Claudia Schwokowski Standortpolitik/RWWA 0221 1640-4100 0221 1640-4190 claudia.schwokowski@koeln.ihk.de
Dr. Ulrich S. Soénius Standortpolitik/RWWA 0221 1640-4000 0221 1640-4090 ulrich.soenius@koeln.ihk.de

Claudia Schwokowski

Standortpolitik/RWWA

0221 1640-4100

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Dr. Ulrich S. Soénius

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