Elektroniker/-in für Gebäude- und Infrastruktursysteme

Ausbildungsprofil

Nach der Teilnovellierung der industriellen Metall- und Elektroberufe sowie des Mechatronikers hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bereinigte Neufassungen für die drei entsprechenden Ausbildungsordnungen erstellt und im Bundesanzeiger veröffentlicht. Grundlagen dafür sind die Änderungsverordnungen vom 7. Juni 2018. Die Verordnungen finden Sie als Download über den „Weiterführenden Links“. Weitere Informationen zur Teilnovellierung haben wir unter www.ihk-koeln.de/182222 für Sie zusammengestellt.


Gebäuden elektronisches Leben einhauchen

9 Uhr, ein bitterkalter Tag im Dezember. In einem Großraumbüro in der Kölner Innenstadt ist die Heizung ausgefallen und die Mitarbeiter sitzen fröstelnd an ihren Computern. Ganz klar: Hier sind Elektronikerinnen und Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme gefragt. Überall dort, wo es komplexe elektronische Systeme gibt, sind ihre Einsatzorte - zum Beispiel Großraumbüros, größere Mietshäuser, Krankenhäuser, Hotels oder Industrieanlagen. Dort gibt es elektronisch gesteuerte Heiz- und Lüftungsanlagen, klimatechnische Einrichtungen, unterschiedliche Beleuchtungssysteme, diverse Aufzüge sowie verschiedene elektronische Notfall- und Rettungssysteme. Und die müssen immer funktionieren, sonst kann das Gebäude seinen Zweck nicht mehr erfüllen.

In den meisten Fällen sind diese Systeme miteinander vernetzt und können von einer zentralen Stelle aus gesteuert werden. Der Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme ist nicht nur für die Instandhaltung und den Betrieb dieser haustechnischen Anlagen verantwortlich, er konzipiert und installiert sie auch. Er haucht dem Gebäude sozusagen elektronisches Leben ein und macht es damit erst benutzbar. Dafür muss der Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme zunächst die Anforderungen analysieren, die ein elektronisches System erfüllen soll.

In vielen Büro- und Industriegebäuden etwa gibt es Bereiche, die nur mit einer Magnetkarte zugänglich sind. Der Auftraggeber sagt, wo diese Zugangskontrollsysteme angebracht werden sollen, der Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme installiert sie dann dort und verbindet sie mit der zentralen Stelle. Dafür müssen eine Menge Kabel verlegt werden, eventuell auch durch Brandabschnitte. Der Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme muss also die Eigenschaften des jeweiligen Gebäudes genau kennen. Sind die Kartenleser installiert, überprüft er, ob sie funktionieren. Auch die Magnetkarten werden von ihm erstellt, und zwar am Computer. Jeder Mitarbeiter, der eine Karte bekommen soll, wird dort mit seinem Profil erfasst. Der Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme bestimmt nach Absprache mit dem Auftraggeber, welcher Mitarbeiter wann und wo Zutritt hat. Erst wenn das System fehlerfrei läuft, übergibt er es an die Nutzer, die er zuvor in die Bedienung einweist.

Damit das System erst gar nicht Gefahr läuft, vollkommen den Geist aufzugeben, führt der Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme regelmäßig Inspektionen, Prüfungen und Wartungen durch und schätzt mögliche Gefährdungen durch Störungen ein. Läuft doch mal etwas schief, führt er systematische Fehlersuchen durch, erstellt Fehlerdiagnosen, ergreift Sofortmaßnahmen und setzt damit das System instand. Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme ist ein Ausbildungsberuf ohne eine Spezialisierung auf bestimmte Schwerpunkte. Erst nach der Ausbildung folgt die Spezialisierung.

Zu den Aufgaben des Elektronikers für Gebäude- und Infrastruktursysteme zählen neben seinen handwerklichen Tätigkeiten auch die Kalkulation der anfallenden Kosten, und manchmal muss er auch mit englischsprachigen Unterlagen arbeiten. Seine Arbeitgeber sind meist Firmen der Immobilienwirtschaft, technische Gebäudeausrüster oder Unternehmen, die Beleuchtungs- und Signalanlagen für Straßen und Eisenbahnen installieren. Darüber hinaus kann er in Planungsbüros für Gebäudetechnik, in Krankenhäusern und an Flughäfen tätig werden. Wenn also mal wieder ein Aufzug stecken bleibt, eine Klimaanlage ausfällt oder eine Heizung nicht läuft: Ein Anruf genügt, und die Elektronikerinnen und Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme sind zur Stelle. Ohne sie wären viele moderne Gebäude nur Betonklötze.



Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre


Berufsschule:

Werner-von-Siemens-Schule
Berufskolleg der Stadt Köln
Eitorfer Str. 18
50679 Köln
Tel: 0221 22191800
Fax: 0221 22191832
E-Mail: info@wvs-koeln.de
Internet: http://www.wvs-koeln.de

Foto: ahrenssteinbach/IHK Köln

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