Dok.-Nr. 106807

Automatenfachmann ab 1.08.2015

Ausbildungsprofil


Manchmal muss es einfach schnell gehen. Es ist Mittagszeit, und in der Schalterhalle der Bank hat sich vor dem defekten Geldautomaten bereits eine kleine Warteschlange gebildet. Viele Kunden nutzen die kurze Mittagspause, um ihre Geldgeschäfte zu erledigen. Jetzt kann nur der eiligst herbeigerufene Automatenfachmann oder die Automatenfachfrau helfen. Ruhig und mit Übersicht werden die einzelnen Funktionen und Bauteile solange überprüft, bis der Fehler gefunden ist und behoben werden kann. Dass einige Kunden bereits ungeduldig nörgeln, darf Automatenfachleute nicht in Ihrer Konzentration stören. Heute handelt es sich um einen Softwarefehler, also bleibt der Werkzeugkasten dieses Mal zu und der Laptop zum Aufspielen einer neuen Software kommt zum Einsatz. Bei der nächsten Bankfiliale ist das vielleicht anders.

Automatenfachleute sind viel unterwegs und müssen sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen. Verständnis für technische Zusammenhänge und Abläufe sowie handwerkliche Fähigkeiten sind daher erforderlich, um diesen Beruf mit Freude auszuüben. Aber Technik allein ist nicht alles. Ebenso wichtig ist der persönliche Kontakt, denn die Fachleute beraten ihre Kunden über die verschiedenen Automatentypen und den nach rechtlichen Vorschriften geeigneten Standort. Oder schlicht dahingehend, wie der Getränke-, Verpflegungs-, Zeiterfassungs- oder Unterhaltungsautomat nach Inbetriebnahme durch die Automatenfachleute funktioniert. Sorgen sie auch dafür, dass die Warenbestände regelmäßig überprüft und das Verfallsdatum von Lebensmitteln kontrolliert wird? Sicher, auch diese Aufgaben erledigen die Automatenfachleute. Sie ersetzen fehlende Produkte und tauschen abgelaufene Waren aus. Sie dokumentieren, ob sich ein Produkt besser verkauft als das andere, mehr Kurz- oder Langzeittickets erworben werden und ermitteln so den tatsächlichen Bedarf. Während ihrer dreijährigen Ausbildung lernen sie den kaufmännischen und logistischen Umgang mit Waren sowie die Abrechnung und den Kassenabschluss der einzelnen Automaten. Ebenso den Umgang mit Reklamationen und die Dokumentation von Störungen.


Zum 31.07.2015 endete die Verordnung über die Entwicklung und Erprobung der Berufsausbildung in der Automatenwirtschaft mit den beiden Erprobungsberufen Fachkraft für Automatenservice (2-jährig) und dem darauf aufbauenden dreijährigen Automatenfachmann und der Automatenfachfrau.


Der am 01.08.2015 in Kraft getretene dreijährige Ausbildungsberuf Automatenfachmann und Automatenfachfrau vereint Inhalte der beiden Erprobungsverordnungen. Der Ausbildungsberuf Automatenfachmann und Automatenfachfrau wurde in zwei Fachrichtungen „Automatenmechatronik“ und „Automatendienstleistung“ gegliedert. Die Fachrichtung „Automatendienstleistung“ wurde um zwei Wahlqualifikationen „Kaufmännische Geschäftsprozesse“ und „Kundenbetreuung“ erweitert. In der Fachrichtung „Automatenmechatronik“ wurden Inhalte aufgenommen, die einer Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten entsprechen.


Ausbildungsdauer:

Drei Jahre

Berufsschule:

Robert Bosch Berufskolleg
Städtische Schule der Sekundarstufe II und Fachschule
August-Thyssen-Str. 45
47166 Duisburg
Tel.: 0203 - 283 - 5486
Fax: 0203 - 283 - 5536
E-Mail:robert-bosch-berufskolleg@stadt-duisburg.de
Internet: www.rbbk-duisburg.de


Foto: StuckPixel/Fotolia.com