Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice

Ausbildungsprofil

Mit der Kamera in den Kanal

Das Bild flackert leicht, die Kamera schiebt sich vorbei an glatten, ein wenig verschmutzen Wänden, plötzlich eine Kraterlandschaft: Das Rohr ist gebrochen, Wasser tritt ins Erdreich aus und hat bereits eine kleine Höhlung ausgespült. Ein ferngesteuerter Roboter rückt an und repariert die Schadstelle.

Spannende Reisen in die Unterwelt gibt es im Kanal- TV, ein wichtiges Instrument der Fachkräfte für Kanal-, Rohr- und Industrieservice. Denn zu ihren Aufgaben gehört es, Abwasserleitungen und Kanäle zu warte, zu reinigen und zu überwachen. Manchmal ist ihr Arbeitsplatz aber weit schmutziger als der Platz vor dem Monitor, müssen sie doch Faulbecken und Sichergruben in Stand halten. Allerdings sind sie nicht nur bei den Abwasserwerken beschäftigt. In Industrieunternehmen sorgen sie dafür, dass Behälter und Bauwerke für Abwässer in Schuss bleiben, Gär- und Getränketanks gereinigt werden.

Und weil ihr Knowhow gerade hier unersetzlich ist, sind sie gefragte Experten in Entsorgungsbetrieben.

Ihr Arbeitsumfeld ist komplex und ohne Umsicht sowie fundierte Kenntnisse nicht ungefährlich. Deshalb lernen die Fachkräfte für Rohr-, Kanal- und Industrieservice Umweltschutztechnik ebenso wie die Bedeutung ökologischer Kreisläufe kennen. Hygiene ist ebenso unverzichtbar. Auch die Chemie spielt eine wichtige Rolle, denn bei ihren Einsätzen in oft engen Räumen müssen die Experten wissen, wie Stoffe aufeinander reagieren und welche Wechselwirkungen es gibt. Schließlich stoßen sie durchaus auf giftige und infektiöse Substanzen. Sicherheitsvorschriften gehören wie selbstverständlich in ihr theoretisches Handgepäck.

In die Verantwortung dieser Fachkräfte fallen die Dichtheitsprüfungen von Kanalabschnitten, die nicht so leicht zugänglich sind. Sie analysieren Wasserproben und sanieren alle unterirdischen Leitungen, entweder mit dem Roboter oder sie steigen in Schutzanzügen selbst in die Tiefe. Bei der Reinigung von Industriebehältern haben sie es oft mit umweltgefährdeten Rückständen zu tun, die sie fachgerecht entsorgen.

Ihre Arbeit ist verantwortungsvoll, Fehler können schnell zu Belastungen von Mensch und Umwelt führen. Deshalb sind sie versiert im Umgang mit Spezialmaschinen und Sonderfahrzeugen und bedienen sich der modernstenen Technik.

Wer Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice werden möchte, muss sich in Mathematik und Biologie auskennen - zum Beispiel, um den Sauerstoffgehalt in einem Klärbecken zu bestimmen. Gleichermaßen sind Kenntnisse in Chemie und Physik wichtig, um die Steuerung von Abwasseranlagen zu verstehen. Für die vielen Reparaturen ist der Spaß an Werken und Technik Voraussetzung. Gearbeitet wird sehr oft draußen, aber auch in engen, geschlossenen Räumen. Flexibilität und Umsicht sind also gefragt.

Diese Fachkräfte sind sowohl tätig im Öffentlichen Dienst (also bei Landkreisen, Kommunen oder Stadtverwaltungen) als auch bei Abwasserbetrieben, Industriereinigungsunternehmen und Entsorgungsfirmen.

Die Ausbildung in diesem Beruf findet sowohl beim Arbeitgeber als auch in einer Berufsschule statt. Dabei kommt es zunächst auf Umweltkonzepte sowie den Umgang mit Mikro-Organismen und Chemikalien an.

Ausbildungsdauer: 3 Jahre

Berufsschule:

Hans-Schwier-Berufskolleg
Heegestraße 14
45897 Gelsenkirchen
Tel: 0209- 95976-0
Fax: 0209- 95976-33
Email: info@hsbk-ge.de
http://hsbk-ge.de


Foto: IHK Köln

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