Pharmakant/-in

Ausbildungsprofil

Exaktes Wiegen ist lebenswichtig

Die Kerbe in der Tablette für den Bluthochdruck ist notwendig, denn es gibt nur eine halbe davon jeden Morgen. Immer zehn sind zusammen in einem so genannten Blister verpackt, bequem lassen sie sich durch die dünne Folie im Boden drücken. Dass der Wirkstoff gleichmäßig in der Pille verteilt ist, darauf darf sich der Patient verlassen. Denn die Spezialisten haben die Arznei aus ihren einzelnen Zutaten hergestellt, in immer gleich hoher Qualität.

Pharmakanten mischen in industrieller Produktion die chemischen Wirkstoffe mit den Hilfsstoffen wie Zucker und Stärke zusammen. An Maschinen und Anlagen stellen sie in automatisierten Arbeitsabläufen Pulver, Ampullen und Tabletten her, auch die mit der Kerbe. Anschließend überwachen sie die Verpackung nach besonderen Hygienevorschriften in den ebenfalls automatisierten Verpackungs-und Abfüllanlagen.

Im kupfernen Dragierkessel werden die Tablettenkerne mit einer Zuckerschicht umgehen, damit sie später gut rutschen, wenn der Patient sie einnimmt. In einer anderen Anlage werden Salben zur richtigen Konsistenz verrührt. Gekleidet in den weißen Labormantel mit Kopfhaube, holt ein Pharmakant die Rohstoffe aus dem Lager. Immer wieder werden Roh- und Hilfsstoffe analysiert.

Die Arbeit in pharmazeutischen Betrieben ist vielfältig und interessant

Denn nicht nur Produktion und Verpackung gehören zum Aufgabenfeld. Sind Pille und Lösung erst einmal produziert, wird die Qualität regelmäßig kontrolliert und die Ergebnisse dokumentiert. Die aufwändigen Fertigungsanlagen müssen gewartet und gereinigt werden, um stets den hohen Ansprüchen in der Herstellung von Arzneimitteln gerecht werden zu können. Schnelle Reaktion ist gefordert, wenn es zu Störungen kommt, und die Bereitschaft, innerhalb weniger Sekunden die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Pharmakanten arbeiten in der pharmazeutischen Industrie, bei den Herstellern von Arzneimittelwirkstoffen ebenso wie bei denen von Arzneiwaren. Der Arbeitsplatz kann ein Reinraum oder eine Maschinenhalle sein, wo Produktions-oder Abfüllanlagen stehen. Analysearbeiten werden im Laboratorium erledigt.

Verantwortungsbewusstsein und Sorgfalt

Wer diesen Beruf erlernen möchte, sollte ein hohes Verantwortungsbewusstsein und Sorgfalt mitbringen. Schließlich kann von der richtigen Dosierung und der korrekten Verpackung sowie der richtigen Auszeichnung die Gesundheit eines Menschen abhängen. Strenge Hygienevorschriften müssen sie genauso beachten wie die gesetzlichen Bestimmungen zur Arzneimittelherstellung, deren Verpackung und Lagerung.

Außerdem ist die Entsorgung von gefährlichen Stoffen und Substanzen mit Mikroorganismen ein Thema für die Spezialisten in Sachen Aerosole, Pillen, Salben, Zäpfchen, Cremes, Granulaten, Kapseln, Suspensionen und Lösungen. Sie können filtrieren, pipettieren und abwiegen, aber auch die Dichtigkeit von Ampullen prüfen.

Gute Kenntnisse in Chemie und Physik sind wichtig für die Laborarbeiten. Wer diesen Beruf erlernen möchte, sollte sich in Mathematik auskennen, um die Zusammensetzung von Stoffgemischen zuverlässig ausrechnen zu können. Der Umgang mit dem Computer ist Voraussetzung. Die Lektüre von oftmals komplizierten Gesetzestexten und die Anleitungen für die Herstellung zählen darüber hinaus zu den Aufgaben.

Ausbildungsverlauf

Die Ausbildung in diesem Beruf findet sowohl beim Arbeitgeber als auch in einer Berufsschule statt. Am Anfang steht die Vermittlung von Kenntnissen über die anorganischen Verbindungsgruppen sowie organische Stoffklassen und die Grundlagen pharmazeutischer Verfahrenstechniken. Die Unternehmen stellen meist Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss ein. Der Beruf hat durch das Angebot von Wahlqualifikationen eine flexible Ausbildungsstruktur.

Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre

Berufsschulen:

Berufskolleg Currenta GmbH & Co. OHG
Gebäude C 104
51368 Leverkusen
Tel. 0214 308-4656

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