Dok.-Nr. 211481

Betriebe gehen bei der Suche nach Auszubildenden neue Wege

Umfrage der IHK Köln: Studienabbrecher und Bachelor-Absolventen als neue Zielgruppe – für Schulabgänger Nachhilfe von Anfang an

Köln, 15. August 2019. Nach wie vor haben Unternehmen Schwierigkeiten, alle ihre offenen Ausbildungsplätze zu besetzen. Allerdings können auch neue Zielgruppen wie Studienabbrecher stärker für eine duale Ausbildung gewonnen werden. Das zeigt eine aktuelle Ausbildungsumfrage der IHK Köln. Die Gesamt-Ergebnisse der Befragungen, die deutschlandweit von den IHKs durchgeführt wurden, stellte heute der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin vor.

Deutschlandweit wie auch im IHK-Bezirk Köln gilt: „Trotz der demografischen Entwicklung und der Studienneigung vieler junger Menschen ist der Abwärtstrend bei den Ausbildungsverträgen vorerst gestoppt“, so Ulf Reichardt, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln. Im vergangenen Jahr konnten die Betriebe insgesamt mehr Ausbildungsverträge schließen, obwohl die Schülerzahlen weiter rückläufig waren: Im IHK-Bezirk Köln entschieden sich 2018 insgesamt 8.615 junge Menschen für eine Ausbildung in über 160 Ausbildungsberufen im Handel, in der Industrie und in der Dienstleistungsbranche. Das entspricht einem Plus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Auch im laufenden Jahr bewegen wir uns auf einem ähnlich positiven Niveau“, so Christopher Meier, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Köln. „Die Anstrengungen vieler Unternehmen und der IHK-Organisation tragen erste Früchte.“

Während viele Unternehmen noch vor einigen Jahren bei Azubis auswählen konnten, sind es heute oft die Azubis, die sich das passende Unternehmen aussuchen: Circa ein Viertel der teilnehmenden Unternehmen im IHK-Bezirk Köln meldeten zurück, dass im vergangenen Jahr nicht alle Ausbildungsplätze besetzt werden konnten (deutschlandweit laut DIHK-Umfrage: 32 Prozent, Vorjahr 34 Prozent). Als häufigsten Grund gaben die Unternehmen an, keine geeigneten Bewerbungen erhalten zu haben.

Den Bewerbern mangelte es den Unternehmen zufolge oftmals an Motivation und Leistungsbereitschaft. Aber auch bei schulischen Grundkenntnisse, wie etwa Mathematik oder Rechtschreibung, stellten die Betriebe häufig Defizite fest. Nur etwa fünf Prozent der teilnehmenden Unternehmen im IHK-Bezirk Köln meldeten zurück, dass die bei ihnen vorstellig gewordenen Bewerber ohne jede Einschränkung geeignet waren. Positiv: Die Teamfähigkeit der jungen Bewerber wurde insgesamt als sehr gut bewertet.

Damit die Ausbildung erfolgreich verläuft, nutzen die Unternehmen oftmals bereits von Beginn der Ausbildung an unterschiedlichste Unterstützungsmöglichkeiten. „Angebote für ausbildungsbegleitende Hilfen der Arbeitsagentur und Nachhilfe wie betriebsinterner Unterricht gehören für die meisten Unternehmen zum Standard“, so IHK-Geschäftsführer Meier.

Um zukünftig mehr Bewerbungen zu bekommen, haben die Betriebe bereits eigene Strategien entwickelt: Der Ausbau von Praktikumsprogrammen sowie ein erweitertes Ausbildungsmarketing für die Generation Z sind für die meisten Unternehmen heutzutage bereits selbstverständlich.

Gleichzeitig weiten die Betriebe die Akquise auf neue Bewerbergruppen aus, etwa Studienabbrecher – oder Hochschulabsolventen. Um diese Unternehmen zu unterstützen, hat die IHK Köln das "YoungProfessional"-Programm entwickelt: Dabei absolvieren junge Fachkräfte mit Bachelor-Abschluss eine zeitlich um die Hälfte reduzierte Ausbildung im Betrieb, bei gleichzeitig doppelter Ausbildungsvergütung für die Dauer des Vertrages (www.ihk-koeln.de/204660). Ziel ist es, die Nachwuchskräfte schneller und betriebsspezifischer als Fachkräfte in die Unternehmen zu integrieren.



 


Angela Hilsmann-Korbanka Hauptgeschäftsführung 0221 1640-1640 0221 1640-1690 angela.hilsmann-korbanka@koeln.ihk.de

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