Insolvenzrecht wird wegen des Coronavirus temporär geändert

Die wichtigsten Informationen zum COVID-19-Insolvenz-Aussetzungsgesetz (COVInsAG)

ACHTUNG: Aussetzung der Antragspflicht bei Überschuldung bis zum 31. Dezember 2020 verlängert

Das Covid-19-Insolvenz-Aussetzungsgesetz (COVInsAG) wurde am 25. März 2020 durch den Bundestag einstimmig angenommen, der Bundesrat hat am 27. März zugestimmt.

Die Änderungen im Insolvenzrecht traten mit (Rück-)Wirkung vom 1. März 2020 in Kraft und enden mit Ablauf des 31. März 2021.

Ziel des Gesetzes ist, die Fortführung von Unternehmen zu ermöglichen und zu erleichtern, die infolge der COVID-19-Pandemie insolvent geworden sind oder wirtschaftliche Schwierigkeiten haben. Es soll vermieden werden, dass ein Unternehmen allein deshalb einen Insolvenzantrag stellen muss, weil ein Antrag auf öffentliche Hilfen im Rahmen der Corona-Pandemie noch nicht bearbeitet wurde oder Finanzierungs- oder Sanierungsverhandlungen noch nicht zum Erfolg geführt haben.

Am 2. September hat die Bundesregierung beschlossen, die Aussetzung der Antragspflicht bis zum 31. Dezember 2020 zu verlängern. Diese Verlängerung gilt jedoch nur für Unternehmen, die infolge der COVID-19-Pandemie überschuldet sind, ohne zahlungsunfähig zu sein. Denn anders als bei zahlungsunfähigen Unternehmen bestehen bei überschuldeten Unternehmen Chancen, die Insolvenz dauerhaft abzuwenden.

Unternehmen, die zahlungsunfähig sind, können dagegen ihre fälligen Verbindlichkeiten bereits nicht mehr bezahlen. Das bedeutet, dass es diesen Unternehmen nicht in ausreichendem Maße gelungen ist, ihre Finanzlage unter Zuhilfenahme der staatlichen Hilfsangebote zu stabilisieren. Um das erforderliche Vertrauen in den Wirtschaftsverkehr zu erhalten, werden diese Unternehmen daher nicht in die Verlängerung einbezogen.

Die wichtigsten aktuellen Regelungen:

Der Gesetzestext ist auf den Seiten des Bundesanzeigers abrufbar.

Wichtig: Trotz der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht durch das COVInsAG hat eine Gesellschaft das Recht, einen Insolvenzantrag zu stellen (§ 15 InsO). Sie behält die Möglichkeit, das Unternehmen im Rahmen eines Insolvenzplanverfahrens (ggf. in Eigenverwaltung) zu sanieren.

Annette Schwirten Recht und Steuern 0221 1640-3360 0221 1640-3380 annette.schwirten@koeln.ihk.de

Annette Schwirten

Recht und Steuern

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