Dok.-Nr. 195104

2030 fehlen in der IHK-Region Köln 88.000 Fachkräfte

Fachkräftereport 2018 zeigt wachsenden Mangel vor allem an beruflich Qualifizierten

Köln, 7. Dezember 2018. Für Unternehmen im Bezirk der IHK Köln wird es in den nächsten Jahren immer schwieriger, ausreichend geeignete Fachkräfte zu finden. Im Vergleich zu anderen Regionen von NRW und auch im Vergleich zum NRW-Durchschnitt sieht es in der IHK-Region Köln zwar etwas günstiger aus, so das Ergebnis des aktuellen Fachkräftereportes, den IHK NRW und IHK Köln jetzt vorlegten – aber das Problem stehe für die Unternehmen seit Jahren an erster Stelle, so die IHK Köln. Demnach werden Industrie, Handel und Dienstleistungsbranche in der Region Köln im Jahr 2030 rund 88.000 (NRW: 738.000) Fachkräfte fehlen. Gegenüber dem Jahr 2018 wird sich der schon bestehende Fachkräfte-Engpass in NRW somit verdoppeln. In der Region Köln fällt die Verschärfung mit 76 Prozent etwas moderater aus.

Aktuell stehen den Betrieben in der Region Köln etwa 831.000 (NRW: 5,94 Millionen) qualifizierte Fachkräfte in den genannten Branchen zur Verfügung. Demgegenüber gibt es 881.000 (NRW: 6,31 Millionen) Stellen für Fachkräfte in den Unternehmen. Unter dem Strich ergibt das einen Engpass von 5,7 (NRW: 5,8) Prozent. Bis zum Jahr 2030 wird sich dieser Engpass in der Region Köln auf 11,6 Prozent verschärfen, in NRW sogar auf 13,5 Prozent.

Sowohl die Zahl der Fachkräfte als auch die Zahl der Stellen in den Unternehmen werden zurückgehen, so die Prognose der IHK Köln. Die Zahl der qualifizierten Mitarbeitenden sinkt vor allem in Folge des demografischen Wandels: Immer weniger junge Menschen wachsen in den Arbeitsmarkt nach, während sich immer mehr Ältere in Richtung Ruhestand verabschieden. „Die Unternehmen wiederum versuchen ihrerseits, dem zu erwartenden Rückgang des Fachkräfteangebots etwas entgegenzusetzen, etwa indem sie verstärkt auf Automatisierung, Prozessoptimierung und Innovationen setzen“, so Ulf Reichardt, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln.

Am stärksten fehlen heute und in Zukunft Fachkräfte, die sich durch eine berufliche Ausbildung qualifiziert haben. Aktuell machen sie etwa 41.000 (NRW: 317.000) oder 82 (NRW: 87) Prozent aller fehlenden Fachkräfte aus. Bis zum Jahr 2030 wird die Zahl auf 76.000 (NRW: 671.000) oder dann 86 (NRW: 91) Prozent steigen.

„Schon heute rangiert bei unseren Konjunkturumfragen regelmäßig das Thema ‚Fachkräftemangel‘ als größte Sorge bei der Mehrheit der befragten Unternehmen“, ergänzt Dr. Ulrich S. Soénius, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Köln und Geschäftsführer Standortpolitik. „Dieses Problem steht damit mit Abstand an erster Stelle für die Wirtschaft.“

Bei den Berufsgruppen wird sich der Mangel in NRW von technisch Qualifizierten hin zu kaufmännisch Qualifizierten verschieben. Die treibende Kraft ist der anhaltende Strukturwandel hin zu Berufen des Dienstleistungssektors. Besonders fehlen werden 170.000 Absolventen der höheren Berufsbildung (also zum Beispiel Industriemeister, Betriebs- und Fachwirte).

In der IHK-Region Köln wird sich der aktuell stärkste Fachkräfte-Engpass im Bereich Büro und Sekretariat bis 2030 weiter verschärfen. Hinzu kommt ein Mangel an Qualifizierten in den Sozialberufen.

Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, setzen IHK Köln und IHK NRW unter anderem auf eine Stärkung der dualen Ausbildung insbesondere in Verbindung mit der höheren Berufsbildung als gleichwertige Alternative zum Studium. Weitere Maßnahmen sind Nachqualifizierungen für Geringqualifizierte Ü25, höhere Erwerbsquoten, insbesondere von jungen Eltern und älteren Fachkräfte, sowie eine gezielte Fachkräfte-Zuwanderung.

Der vollständige Report inklusive der Auswertung für den IHK-Bezirk Köln steht auf www.ihk-koeln.de/195023 zum Download zur Verfügung.

Angela Hilsmann-Korbanka Hauptgeschäftsführung 0221 1640-1640 0221 1640-1690 angela.hilsmann-korbanka@koeln.ihk.de

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