Chemikalien-Klimaschutz-Verordnung

Zahlreiche Personen, die Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen installieren, auf Dichtheit kontrollieren, warten, instand halten oder die Gase rückgewinnen, benötigen für die Ausübung ihrer Tätigkeit eine Sachkundebescheinigung.

Das sieht die Chemikalien-Klimaschutzverordnung ChemKlimaschutzV vor, die auf der europäischen Verordnung über bestimmte fluorierte Treibhausgase (F-Gase-Verordnung) beruht. (Nähere Informationen zur novellierten F-Gase-Verordnung (seit dem 1. Januar 2015) erhalten Sie unter der Dok.-Nr. 084899).


Folgende Tätigkeiten dürfen nur mit Sachkundebescheinigung ausgeübt werden (gemäß § 5 Abs. 2 ChemKlimaschutzV):


1.    Tätigkeiten an Kälteanlagen, Klimaanlagen und Wärmepumpen,

2.    Tätigkeiten an Einrichtungen, die fluorierte Treibhausgase als Lösungsmittel enthalten,

3.    Tätigkeiten an Brandschutzsystemen und Feuerlöschern

4.    Tätigkeiten an Hochspannungsschaltanlagen und

5.    Tätigkeiten an Klimaanlagen in Kraftfahrzeugen.


Für den Erwerb der Sachkundebescheinigungen in den Nummern 1, 2, 3 und 4 ist das Ablegen einer theoretischen und praktischen Sachkundeprüfung Voraussetzung.
Für die Tätigkeit in Nummer 5 ist ebenfalls eine Sachkundebescheinigung erforderlich. Hierfür genügt die Teilnahme an einem Lehrgang.
Wer eine Sachkundeprüfung nach den Nummern 1 und 2 ablegen will, muss im Regelfall zusätzlich noch eine technische oder handwerkliche Ausbildung mitbringen, z. B. als Energieanlagenelektroniker, Anlagenmechaniker, Industriemechaniker oder Elektroniker für Automatisierungstechnik.                                                                                                             

Zur Vorbereitung auf die Sachkundeprüfungen bieten viele Bildungseinrichtungen Lehrgänge an (siehe Liste im Downloadbereich). Der Besuch eines Lehrgangs ist aber nicht Voraussetzung für die Teilnahme an der Prüfung. Für den Erwerb der Sachkunde bezüglich Tätigkeiten an Klimaanlagen in Kraftfahrzeugen ist dagegen das erfolgreiche Absolvieren eines Lehrgangs Voraussetzung.


Die Chemikalien-Klimaschutzverordnung sieht einige Ausnahmen von der Pflicht zum Erwerb einer Sachkundebescheinigung vor. Diese Ausnahmen werden an der Qualifikation der Personen, an der Art der Tätigkeit oder an der Art des Betriebs festgemacht. Bitte beachten Sie, dass der sog. „kleine Kälteschein“ nicht die Sachkunde nach der Chemikalien- Klimaschutzverordnung ersetzt. Unter anderem gilt eine Ausnahme für:

  • Absolventen der IHK-Abschlussprüfung zum Mechatroniker für Kältetechnik
  • Absolventen der Prüfung zum Kfz-Mechatroniker, Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker, Kfz-Servicemechaniker, Kfz-Servicetechniker, Kfz-Elektriker, Automobilmechaniker und Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik sofern ihnen für Tätigkeiten an Klimaanlagen in Kraftfahrzeugen von ihrem Betrieb bescheinigt wird, dass während der Aus- und Weiterbildung alle Qualifikationen aus der Verordnung (EG) 307/2008 vermittelt wurden.
  • Personen, die in einem anderen EU-Mitgliedstaat eine Sachkundebescheinigung erworben haben

Diese können sich von der IHK eine Sachkundebescheinigung bzw. eine Anerkennung ausstellen lassen. (Weitere Ausnahmen siehe DIHK-Informationsbroschüre im Downloadbereich.)

Die ChemKlimaschutzV sah einige Übergangsfristen (§ 9 ChemKlimaschutzV) vor, die jedoch inzwischen alle ausgelaufen sind, so dass eine „vorläufige Sachkundebescheinigung“ durch die IHKs nicht mehr ausgestellt wird.


Auch Betriebe, die sich auf die Arbeit mit Kälte- oder Klimaanlagen, Wärmepumpen oder Brandschutzsystemen spezialisiert haben, sind verpflichtet, sich für diese Tätigkeiten zertifizieren zu lassen (gemäß § 6 ChemKlimaschutzV). Soweit die jeweiligen Betriebe Personal beschäftigen, das über die angesprochene Sachkunde verfügt, besteht ein Anspruch auf die Erteilung der Betriebszertifizierung. Für den Umgang mit Brandschutzsystemen und Feuerlöschern gelten darüber hinaus verschärfte Sonderregelungen, die insbesondere einen Nachweis über das jährlich zu erwartende Tätigkeitsaufkommen sowie das Vorhandensein der technischen Ausrüstung umfassen. Die Betriebszertifizierung erfolgt nicht über die Industrie- und Handelskammern, sondern über die zuständigen Landesbehörden, die in NRW bei den Dezernaten 56 der jeweiligen Bezirksregierungen angesiedelt sind. Für Köln lauten die entsprechenden Kontaktdaten:


Bezirksregierung Köln

Dezernat 56 (Betrieblicher Arbeitsschutz), Chemikaliensicherheit           

0221-147-2056 / 0221-147-4956

telefonische Sprechzeiten: 08:30 - 15:00 Uhr (Mo - Do)

Das entsprechende Formular zur Betriebszertifizierung finden Sie hier.


Nähere Informationen enthält die DIHK-Informationsbroschüre zur ChemKlimaschutzV (siehe Downloadbereich).


Im Übrigen stehen Ihnen folgenden Ansprechpartner in der IHK Köln zur Verfügung:


Rechtliche Auskünfte:
Julia Heidkamp
Tel. +49 221 1640-1512
Fax +49 221 1640-1519
E-Mail: julia.heidkamp@koeln.ihk.de


Anträge auf Ausstellung einer Sachkundebescheinigung reichen Sie bitte mit den entsprechenden Nachweisen/Bescheinigungen ein bei:
Caroline Mager
Tel. +49 221 1640-6400
Fax +49 221 1640-6490
E-Mail: caroline.mager@koeln.ihk.de 


Fotonachweis: © Vladislav Gajic  - Fotolia.com


Caroline Mager Aus- und Weiterbildung 0221 1640-6400 0221 1640-6490 caroline.mager@koeln.ihk.de
Julia Heidkamp Innovation und Umwelt 0221 1640-1512 0221 1640-1519 julia.heidkamp@koeln.ihk.de

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