IHK Köln präsentiert regionale Ergebnisse des landesweiten IHK-Wettbewerbs "Stop oder Go?"
"Stop oder Go?" - diese Frage stellt sich zehntausenden von Berufspendlern jeden Morgen und jeden Nachmittag. Sie hoffen auf möglichst viel „Go" - und haben jede Menge Ideen, wie das gehen könnte. Über 500 Vorschläge haben die Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen als Antwort auf ihre Initiative „Stop oder Go?" erhalten. Allein 102 davon kommen aus dem Bezirk der IHK Köln; sie befassen sich mehrheitlich mit der Situation auf den Autobahnen, insbesondere auf dem Kölner Ring, einer der meistbefahrenen Autobahnabschnitte Europas. „Wir sind beeindruckt von der Güte vieler Vorschläge", sagte Dr. Ulrich S. Soénius, Geschäftsführer der IHK Köln für Standortpolitik, Verkehr und Unternehmensförderung, bei der Präsentation der Vorschläge aus der Region Köln, "sie zeigen, dass unsere Intention richtig war: Wir setzen auf die ganz praktische Expertise von denen, die täglich betroffen sind." Mit der Vorstellung der Ergebnisse verband die IHK Köln die erneute Aufforderung an die Politik, für mehr fließenden Verkehr zu sorgen. „Durch Staus entstehen unglaubliche volkswirtschaftliche Verluste, außerdem belastet stehender Verkehr die Umwelt stärker als fließender", unterstrich Soénius. Insbesondere der Gütertransitverkehr auf der Straße wird in NRW bis 2025 um 60 Prozent zunehmen - mit entsprechenden Belastungen insbesondere für den Kölner Ring, den schon jetzt 350.000 Fahrzeuge täglich nutzen.
Aus der Vielzahl der Wettbewerbsvorschläge lassen sich drei Schwerpunktthemen ableiten: - Freigabe von Standstreifen in den Stoßzeiten, - Verbesserung der Beschilderung an vielbefahrenen Autobahnen und großen Kreuzungen,- Einsatz von Task-Forces bei Unfällen zur schnelleren Räumung von Verkehrsraum. Die Freigabe von Standstreifen in bestimmten Zeiten wird bereits an einigen Stellen praktiziert. Der Wettbewerb zeigt jedoch eine ganze Reihe weitere Möglichkeiten, wo dieses Mittel zur Verbesserung des Verkehrsflusses eingesetzt werden könnte. Durch moderne, elektronisch gesteuerte Anlagen beispielsweise ließe sich der Verkehrsfluss positiv beeinflussen. Die von der Landesregierung beschlossene Einrichtung einer Verkehrsleitzentrale für NRW kann diese Aufgabe übernehmen. Aus der Kölner Region kam hierzu ein Vorschlag, der die Flughafenautobahn betrifft (Vorschlag Nr. 256). Hier treffen am Dreieck Gremberghoven die A 59 und die A 559 zusammen. Vor der Tankstelle Röttgen verengt sich die A 59 von drei auf zwei Fahrstreifen Richtung Flughafen. Der rechte Fahrstreifen wird auf die Tankstelle abgeleitet. Hier könnte man den Standstreifen für Geradeausfahrer vor der Tankstelle bis zum Flughafen freigeben. Ein anderes Beispiel (Nr. 95) betrifft die Abbiegespur von der A 1 Richtung Köln auf die A 3 Richtung Oberhausen. Hier könnte der Standstreifen viel früher für die Abbieger Richtung Oberhausen freigegeben werden. Verbesserung der Beschilderung Außer der Freigabe von Standstreifen wurde häufig eine Verbesserung der Beschilderung vorgeschlagen, um frühzeitig vor neuralgischen Punkten die Verkehrsströme nach Zielrichtung zu trennen. Ein Beispiel aus der Region ist die A 3, Fahrtrichtung Frankfurt, zwischen Kreuz Köln-Ost und dem Heumarer Dreieck (Nr. 435). Bereits ab dem Kreuz Köln-Ost sollten die Verkehrsströme Richtung Frankfurt durch die Beschilderung auf die beiden linken Fahrspuren gelenkt werden, der Verkehr Richtung Bonn/Flughafen oder Aachen auf die beiden rechten Fahrspuren. Bisher teilen sich diese Verkehrsströme die zweite Fahrspur von rechts, was dann vor dem Heumarer Dreieck zu hektischen Wechseln und damit zur Staubildung führt. Task-Forces Mehrfach wurde die Einrichtung von Task-Forces zur schnelleren Räumung der Autobahnen nach Unfällen leichterer Art gewünscht. Vielfach dauert die Unfallaufnahme sehr lang, weil insbesondere die Versicherungen ein hohes Interesse an einer genauen Erfassung haben. Bei kleineren Unfällen ohne Personen- oder Großschäden reicht aber eine fotografische Erfassung des Unfalls, um den Belangen der Versicherungen genüge zu tun. "Eine schnelle Räumung käme dann den vielen anderen Autofahrern entgegen und würde die aus dem Unfall resultierenden volkswirtschaftlichen Kosten reduzieren", betont IHK-Verkehrsexperte Soénius. Auch zu Landes- und Bundesstraßen wurden viele sinnvolle Vorschläge eingereicht. Ein Beispiel: die Autobahnauffahrt Richtung Dortmund an der B 51 in Burscheid. Durch Wegnahme zweier kleiner Grünflächen könnte dort eine lange Abbiegespur entstehen. Die vorhandene ist so kurz, dass die Reihe der abbiegenden Fahrzeuge auch die geradeaus Richtung Wermelskirchen führende Fahrbahn versperrt (Vorschlag Nr. 060).
Vorschlag Nr. 001, also der erste Vorschlag im Wettbewerb, betrifft die Kreuzung Luxemburger Straße/Militärring - die bei den Verkehrsteilnehmern für viel Unmut sorgt. Der eingereichte Lösungsvorschlag sieht eine Verlängerung der Rechtsabbiegespur in Richtung Innenstadt und eine Verkürzung der Linksabbiegerspur Richtung Hürth vor. Der Rückstau, der sich insbesondere bei geschlossenen Schranken auf dem Militärring bildet, könnte dadurch verkürzt werden.
"Auch wenn nicht alle Vorschläge realisierungsfähig sind: Viele sind so durchdacht, dass sie ernsthaft geprüft werden sollten", empfiehlt Soénius. Und er kündigte an: "Die IHK Köln hat sich vorgenommen, einige der Vorschläge aus ihrem Bezirk mit den Experten des Landesbetriebs Straßen und der jeweiligen Kommune zu erörtern."
Unter Publikationen zu diesem Artikel finden Sie eine Liste der 102 Vorschläge aus der Region Köln.
erstellt am 13. März 2012