Gute Noten geben die Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern dem Standort Region Köln bei der Verkehrsanbindung vor Ort, weniger gute der ITK-Infrastruktur, dies allerdings regional sehr unterschiedlich. Eine unerwartet hohe Bedeutung haben die Energiekosten und der Export. Dies sind nur einige Erkenntnisse einer Sonderumfrage, die die IHK Köln in den vergangenen Wochen bei rund 7.000 Unternehmen dieser Größenordnung erstmals durchgeführt und am 20. Juli 2010 vorgestellt hat. Im Zentrum der Umfrage standen eine Bewertung des Standorts sowie die konjunkturelle Situation.
"Wir wollten genau wissen, wie es dem vielzitierten kleineren Mittelstand tatsächlich geht", erläutert IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Herbert Ferger. "710 Unternehmen haben auf unsere Umfrage geantwortet. Dieser Rücklauf läßt verläßliche Aussagen zu. Natürlich prägen die großen Unternehmen die konjunkturelle Situation. Aber es ist uns sehr wichtig, verläßliche Daten darüber zu haben, wie es im bei weitem zahlenmäßig größten Bereich unserer Mitgliedschaft aussieht".
Fünf Faktoren setzte die IHK Köln in ihrer Umfrage hinsichtlich der Standortbewertung in den Mittelpunkt: Verkehrsanbindung, Öffentliche Sicherheit, Kunden- und Zulieferbeziehungen, ITK-Infrastruktur und die Verfügbarkeit von Fachkräften. Vor allem die kleinen Unternehmen mit weniger als zwanzig Mitarbeitern messen der Verkehrsanbindung die höchste Bedeutung zu. Zudem erhält sie in der Umfrage durchgehend gute Noten. Dabei steht für die befragten Unternehmen die kommunale Infrastruktur in der Bedeutung an erster Stelle.
Eher durchwachsen ist das Bild bei der ITK-Infrastruktur: Während in der Stadt Köln 81 Prozent das Angebot als gut oder eher gut einschätzen, sinkt der Anteil in der Stadt Leverkusen/Rhein-Berg auf 70 Prozent, im Rhein-Erft-Kreis auf 66 Prozent und im Oberbergischen Kreis auf 62 Prozent. Die Versorgung in den Umlandkreisen bleibt damit hinter den Bedürfnissen der Unternehmen zurück.
Fraglos profitieren auch die kleinen und mittleren Unternehmen im Bezirk der IHK Köln von der jüngsten wirtschaftlichen Erholung. Rund ein Viertel der antwortenden Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage als gut. Dem gegenüber stehen aber auch noch immerhin 22 Prozent der Unternehmen, die ihre Lage als schlecht einschätzen. "Es zeigt sich", so Ferger, "dass die kleineren Unternehhmen erst mit zeitlichem Verzug vom Aufschwung der Großen profitieren - je kleiner das Unternehmen, desto später. Der kleinere Mittelstand erholt sich konjunkturell, und zwar im Schlepptau der Großen".
Der Erkenntnisgewinn hinsichtlich der Energiekosten dürfte das Interesse der neuen Landesregierung finden: 71 Prozent der kleineren Unternehmen halten das Niveau der Energiekosten als bedeutsam für ihre Geschäftstätigkeit, besonders die Dienstleister der Gesundheitsbranche, die ITK-Branche oder die Gastronomie und Hotellerie.