„Kooperationen zwischen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind eine große Chance - für beide Seiten. Für die Wissenschaft können sie finanziellen Spielraum erzeugen, für die Unternehmen technologisches Know-how erbringen.“ Mit diesen Worten fasste Dr. Herrmann H. Hollmann, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer zu Köln (IHK Köln) gestern (15.11.) die Vorteile einer intensiven Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Um diese Kooperation weiter zu befördern, hatte die IHK Köln zu einem - gleichermaßen unterhaltsamen wie informativen - Empfang in die Kölner Wassermannhalle geladen. Rund 200 Führungskräfte aus Wirtschaft und Wissenschaft, Politik und Medien der Region waren der Einladung zum wechselseitigen Gedanken- und Ideenaustausch unter dem Motto „Wissenswirtschaft“ gefolgt.
Dr. Norbert Walter-Borjans, Wirtschaftsdezernent der Stadt Köln, Professor Dr. Axel Freimuth, Rektor der Universität zu Köln, sowie Dr. Herbert Ferger, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln, diskutierten in einer Talkrunde anhand von zuvor aufgenommenen Video-Statements von Beteiligten verschiedene Vorschläge und Anregungen zur Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft. Ulrich Döres, Inhaber des IT-Dienstleisters Döres AG und Vorstandsvorsitzender des Vereins City-Marketing e.V., beispielsweise sprach sich für einen ‚virtuellen’ „Campus Köln“ aus, der zwar allen Hochschulen ihre Eigenständigkeit bewahren, sich aber nach außen als ein Gebilde präsentieren würde. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Herbert Ferger: „Mit derzeit zehn Hochschulen, drei, von 2008 an vier, Max-Planck-Instituten und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ist die Kölner Region mit Wissenschaftseinrichtungen in großer Zahl und sehr guter Qualität ausgestattet. Ein virtueller Campus - etwa in Form einer stärkeren gemeinsamen Internet-Präsenz über die Website www.wissensdurst-koeln.de - könnte dazu beitragen, den Standort noch schärfer zu profilieren.“
Guido Breunung, Inhaber der Medienagentur domstadt.tv, wiederum wünschte sich bei der Vielzahl der sich wandelnden Studienangebote einen zentralen Ansprechpartner, der Wissenschaft und Wirtschaft zusammenführen kann. Hintergrund: Der Unternehmer möchte gern bei Fach-Praktika oder Diplomarbeiten mit den Hochschulen zusammenarbeiten. Katrin Rüffer, Geschäftsführerin der Standortmarketing Region Köln/Bonn GmbH wiederum verwies auf die Notwendigkeit, die im Deutschland- und auch im Europa-Vergleich bestehenden Potentiale der Region als Wissenschafts- und Wirtschaftsregion auch international noch bekannter zu machen.
Denn zu berichten gibt es einiges. Vor wenigen Monaten wurde beispielsweise die von den Sparkassen, Arbeitgeberverbänden und IHK Köln getragene InnoBroker GmbH gegründet. Sie nimmt Anfragen von Unternehmen zu Produkt- und Prozessinnovationen auf und verknüpft diese mit den richtigen Partnern in der Wissenschaft. Parallel dazu arbeitet die Initiative Wachstum - gemeinsam initiiert von Wirtschaftsunternehmen und den IHKs Köln und Bonn - an nachhaltigen Projekten für die Region Köln/Bonn, darunter auch Themen wie Studienfonds und Scientific Entrepeneurship. Darüber hinaus haben sich bereits 2004 Vertreter aller Kölner Hochschulen, Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, die Stadt Köln und die IHK zur „Kölner Wissenschaftsrunde“ zusammengeschlossen. Derzeit wird beispielsweise eine Wissenschaftslandkarte von Köln erstellt. Doch nicht nur für die ansässigen Unternehmen und Bürger soll das wissenschaftliche Potential von Köln sichtbar gemacht werden. Ein weiteres Projekt der Initiative, „How to live in Cologne“, zielt darauf, internationale Wissenschaftler anzuziehen – indem die attraktiven Faktoren des Lebens- und Arbeitsraums Köln vermarktet werden.
„Um die Region zukunftsfest zu machen, benötigen wir den verstärkten Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft“, sagte IHK-Vizepräsident Hollmann gestern weiter. „Innovation und Kooperation sind die Schlüsselbegriffe für die Region.“
Dok-Nr: 001576