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Finanzierungshilfen bei der Erschließung von Auslandsmärkten

Die EU, der Bund und die einzelnen Bundesländer haben eine Vielzahl von Förderprogrammen aufgelegt, die bei der Erschließung neuer Auslandsmärkte Hilfestellung leisten sollen.

Für Unternehmen, die ein Engagement auf ausländischen Märkten planen, lohnt es sich mit den verschiedenen Fördermöglichkeiten vertraut zu machen und die öffentlichen Hilfestellungen zu nutzen, um ihre Risiken zu minimieren und ihre Erfolgschancen zu erhöhen.

Grundsätzlich lassen sich die öffentlichen Fördermaßnahmen in exportbegleitende Maßnahmen, die der Förderung von Exporten aus Deutschland dienen beziehungsweise investitionsbegleitende Maßnahmen, die Investitionen deutscher Unternehmen im Ausland unterstützen, unterscheiden. Innerhalb dieser zwei Hauptkategorien kann noch einmal zwischen Finanzierungsmaßnahmen und Absicherungsmaßnahmen gegen wirtschaftliche und/oder politische Risiken differenziert werden. Zum Bereich der exportbegleitenden Maßnahmen können auch die verschiedenen Programme zur Förderung von Auslandsmessebeteiligungen deutscher Unternehmen gezählt werden. Schließlich gibt es noch verschiedene Fördermaßnahmen, die nicht eindeutig der einen oder anderen Kategorie zugerechnet werden können, kleinen und mittleren Unternehmen aber dennoch wichtige Hilfe bei der Erschließung ausländischer Märkte leisten.

Inhaltsverzeichnis

Außenwirtschafts-Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen
Außenwirtschafts-Förderprogramm der Bundesrepublik Deutschland
Außenwirtschafts-Förderprogramm der Europäischen Kommission

Außenwirtschafts-Förderprogramme des Landes Nordrhein-Westfalen
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1. Kleingruppenförderprogramm für Auslandsmessen
Kleinen und mittleren Unternehmen, die sich in Gruppen (mindestens drei Unternehmen) selbstständig organisieren, bietet das Land die Kleingruppenförderung. Im Firmenverbund präsentieren sie sich auf einer Auslandsmesse eigener Wahl.
Fördervoraussetzungen:

bei Messebeteiligungen in EU- und EFTA-Ländern:
- weniger als 250 Beschäftigte
- Jahresumsatz im Vorjahr höchstens zehn Millionen Euro

bei Messebeteiligungen in allen übrigen Ländern:
- weniger als 250 Beschäftigte
- Jahresumsatz im Vorjahr höchstens 50 Millionen Euro oder
- eine Bilanzsumme von höchstens 43 Millionen Euro.

Außerdem gilt generell: Das zu fördernde Unternehmen muss unabhängig sein. Als unabhängig gelten Unternehmen, deren Kapital oder Stimmenanteile sich nicht zu 25 Prozent oder mehr im Besitz eines oder mehrerer Unternehmen gemeinsam befinden und welche die Definition der kleinen und mittleren Unternehmen nicht erfüllen (siehe oben).

Das Leistungspaket der Förderung beinhaltet die Organisation, den Standbau, den Standservice sowie den Transport durch Dritte für nicht verkaufte Exponate. Die Förderung umfasst 50 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal jedoch 5.000 Euro pro Unternehmen. Der Förderantrag kann bei NRW.International online
gestellt werden.

2. Firmengemeinschaftsstände auf Auslandsmessen
Das Land NRW ist mit seinen Firmengemeinschaftsständen auf jährlich rund 15 ausgewählten, weltweiten Messen der verschiedensten Branchen vertreten. Nordrhein-westfälische Unternehmen können sich in diesem Rahmen - unbelastet von nahezu allen administrativen und technischen Fragen - kostengünstig präsentieren.


Das Leistungspaket der Förderung beinhaltet das Organisationsmanagement wie Rahmengestaltung, Sammeltransport, Standtechnik, den Standservice mit Besprechungsräumen, Bewirtung, Büro-Telekommunikation, Dolmetscher und die Werbung durch Katalogeintrag und Pressearbeit. Die Messestände für die Firmen werden durch NRW.International organisiert. Weitere Informationen über das Auslandsmesseprogramm ist zu finden auf der Internetseite von NRW.International

3. Förderprogramme der NRW.BANK
Die NRW.BANK fördert Investitionsvorhaben im Ausland und Vorhaben für exportbezogene Tätigkeiten. Dies beinhaltet Investitionen, die einer mittel- bis langfristigen Mittelbereitstellung bedürfen sowie Betriebsmittel für exportbezogene Tätigkeiten. Die Förderung erfolgt in Form eines zinsgünstigen Darlehens, dessen Höhe bei Investitionen mindestens 125.000 Euro, bei Betriebsmitteln mindestens 25.000 Euro betragen muss. Der Finanzierungsanteil beträgt bis zu 100% der förderfähigen Ausgaben, maximal jedoch 10 Mio. EUR.

Daneben gewährt die NRW.BANK Rückgarantien für auftragsbezogene Exportgarantien der Hausbank. Die Höhe der Rückgarantie beträgt bis zu 50% des Regressrisikos der Hausbank, maximal jedoch 5 Mio. EUR pro Antragsteller. Antragsberechtigt sind mittelständische Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft aus NRW, die sich mehrheitlich im Privatbesitz befinden, deren Jahresumsatz einschl. verbundener Unternehmen 500 Mio. Euro nicht überschreitet.

4. Außenwirtschafts-Förderprogramme der Bundesrepublik Deutschland
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Die Außenwirtschaftsförderung des Bundes umfasst vielfältige Maßnahmen.
In Bezug auf Investitionen im Ausland sind Fördermöglichkeiten unter anderem durch KfW- und BMZ-Programme, durch Kapitalanlagegarantien (PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) und Beteiligungen (Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft DEG) möglich. Ein besonderer Akzent liegt auf der Förderung kleinerer Unternehmen.
Die Außenwirtschaftsförderung des Bundes
bietet außerdem eine Förderung bei Messebeteiligungen, Exportseminaren im Ausland, Exportberatungen, Exportinitiativen, Exportförderung in Form von Finanzierungshilfen (Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW / Europäisches Wiederaufbauprogramm ERP), Risikoübernahmen (Hermesdeckung) und weitere Maßnahmen wie etwa Markterschließungsprogramme.

Weitere Einzelheiten sind bei den folgenden Institutionen zu erfragen:

Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
Palmengartenstraße 5-9
60325 Frankfurt/Main
Tel. 069 74 31-0
Fax 069 74 31 29 44
Informationszentrum der KfW:
Service-Nr. 01801 - 33 55 77 (zum Ortstarif) Fax 069 - 74 31 64 35 5
E-Mail:
iz@kfw.de
Internet: http://www.kfw.de/DE_Home/index.jsp

Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V. (AUMA)
Littenstraße 9
10179 Berlin
Tel. 030 24000-0
Fax 030 24000-330
E-Mail:
info@auma.de
Internet:
http://www.auma-messen.de

Euler Hermes Kreditversicherungs-AG
Friedensallee 254
22763 Hamburg
Tel. 040 8834-0
Fax 040 8834-7744
E-Mail:
info@hermes-kredit.com
Internet:
http://www.eulerhermes.com/ger

DEG Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH
Kämmergasse 22
50676 Köln
Tel. 0221 4986-1432
Fax 0221 4986-1290
E-Mail:deutschermarkt@deginvest.de
Internet:
http://www.deginvest.de

PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
New-York-Ring 13
22297 Hamburg
Tel. 040 8834-9451
Fax 040 8834-9499
E-Mail: investitionsgarantien@de.pwc.com

Außenwirtschafts-Förderprogramme der Europäischen Kommission
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Die Europäische Kommission bietet eine Vielzahl von Förderprogrammen an, die Unternehmen dabei unterstützen, in ausländischen Zielmärkten Fuß zu fassen. Die Palette reicht von der joint-venture-Förderung zwischen Unternehmen aus dem EU-Raum und mit Firmen aus Drittländern bis hin zur Teilnahme an branchenbezogenen Firmenkooperationstreffen weltweit.

EU-Förderprogramme
Das EU Business Avenues fördert branchenspezifische einwöchige Unternehmerreisen nach Südostasien, um den Aufbau von Geschäftskontakten und die Markterschließung zu unterstützen. Geschäftsreisen werden für die Branchen saubere Technologien sowie Inneneinrichtung angeboten. Teilnahmeberechtigt sind Unternehmen aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die seit mindestens fünf Jahren bestehen und in einer der Zielbranchen des Programms aktiv sind.
EU Business Avenues

Das Programm „Challenge Towards World Class Manufacturing (WCM)“ bietet einwöchige Seminare zu japanischen Produktionsmethoden sowie der japanische Gesellschaft an. Die Veranstaltung richtet sich an Fach- und Führungskräften mit einer ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung. Die Teilnahme ist für kleine und mittlere Unternehmen kostenlos. Unternehmen, die nicht die Voraussetzungen der KMU-Definition der EU erfüllen, zahlen einen Beitrag von 2.000 EUR.
EU-Japan Centre

Das Executive Training Programm ETP-Japan / Korea richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus der EU, die sich auf eine Tätigkeit in Japan bzw. Korea oder einer geschäftlichen Zusammenarbeit mit einem japanischen bzw. koreanischen Unternehmen vorbereiten möchten. Das 48-wöchige Programm beinhaltet einen Sprachkurs und ein Praktikum sowie einen Intensivkurs zu Kultur und Geschichte der Länder.
ETP-Japan

Das Finanzierungsinstrument für die Entwicklungszusammenarbeit fördert öffentliche Einrichtungen, Organisationen und Unternehmen, sofern sie die Voraussetzungen der Verordnung und der jeweiligen Programme erfüllen und einen Beitrag zur Verwirklichung der Ziele der Entwicklungszusammenarbeit leisten.
International Cooperation and Development

Das Human Resource Trainee Program (HRTP)-Japan ist ein vier- bzw. fünfwöchiges Fortbildungsprogramm für Führungskräfte mit maßgeblichen Geschäftsbeziehungen zu Japan und mindestens fünf- bis zehnjähriger Berufserfahrung in Industrieunternehmen. Ziel ist es, dass die Teilnehmer ein Verständnis für die kulturellen und wirtschaftlichen Faktoren erhalten, die den unternehmerischen und technologischen Erfolg Japans ausmachen.
EU-Japan Centre

Eine tabellarische Übersicht über die wichtigsten Fördermaßnahmen steht Ihnen zum Download unter Publikationen zur Verfügung.

Einen umfassenden Überblick über die Förderprogramme der Europäischen Union, des Bundes und der Länder bietet eine Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Zu jedem Programm können über eine Suchfunktion Kurztext, die vollständige Richtlinie und weiterführende Ansprechpartner abgerufen werden.
Förderdatenbank Bundesministerium
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Aktualisiert am 28. Januar 2015

Foto: MasterLu/Fotolia.com

Ansprechpartner

Christoph Hanke
International und Unternehmensförderung
Tel. 0221 1640-552
Fax -559
christoph.hanke@koeln.ihk.de
Adelheid Meurer
International und Unternehmensförderung
Tel. 0221 1640-553
Fax -559
adelheid.meurer@koeln.ihk.de
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Dok-Nr: 000915

Eine tabellarische Übersicht über die wichtigsten Fördermaßnahmen

  • Exportfinanzierung
  • Exportabsicherung
  • Auslandsmesseförderung
  • Investitionsfinanzierung/-förderung
  • Investitionsabsicherung
  • Weitere Fördermaßnahmen

steht Ihnen als Download zur Verfügung. 

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