Bild zum Artikel: Produktpiraterie auf Messen

Produktpiraterie auf Messen

Bei Fälschern werden Messen immer beliebter. Neben der Konsumgüterindustrie ist der Maschinen- und Anlagenbau in hohem Maße von Produkt- und Markenpiraterie betroffen.

Um gegen Plagiateure und unzulässige Nachbauten auf Messen und Ausstellungen effektiv vorgehen zu können, halten der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) und die Deutsche Messe AG für die von Produktpiraterie betroffenen Unternehmen einen umfassenden Service bereit.

Wenn die zunächst anberaumten Schlichtungsgespräche nicht zur Entfernung der Plagiate vom Messestand führen, werden sofort rechtliche Schritte gegen die Produktpiraten eingeleitet. Mit diesem Vorgehen möchte der VDMA ein eindeutiges Signal an die Kopierer senden. Damit jederzeit die Erreichbarkeit des gerichtlichen Eildienstes für einstweilige Verfügungsverfahren gewährleistet ist, informiert die Deutsche Messe AG das in Wettbewerbssachen zuständige Gericht über bevorstehende Messen. Daneben verfügt sie über umfassende Kontakte zu Rechsanwälten, die bei Bedarf vermittelt werden können. Wichtige Voraussetzung für ein erfolgreiches Vorgehen gegen Plagiateure ist jedoch die Anmeldung von Erfindungen und Marken als gewerbliches Schutzrecht. Mit Hilfe des Zolls kann dann auf einer Messe eine Fälschung direkt beschlagnahmt werden. Durch dieses Grenzbeschlagnahmeverfahren sind bereits gute Erfolge im Kampf gegen die Produktpiraterie auf Messen erzielt worden. Derzeit finden mit weiteren deutschen Messegesellschaften Gespräche in Hinblick auf mögliche Unterstützungsleistungen gegen Plagiateure statt.

Nach Angaben des Aktionskreises der Deutschen Wirtschaft gegen Marken- und Produktpiraterie liegt der volkswirtschaftliche Schaden durch Plagiate weltweit inzwischen bei rund 300 Milliarden Euro - Tendenz steigend!

AUMA informiert über Vorgehen gegen Produktpiraterie auf Messen
Um Aussteller beim Vorgehen gegen Produkt- und Markenpiraten zu unterstützen, hat der AUMA zwei Informationsblätter veröffentlicht. Das Infoblatt "Plagiate auf deutschen Messen" richtet sich primär an deutsche Aussteller, die an internationalen Messen und Ausstellungen in Deutschland teilnehmen. Sie erhalten Tipps, wie sie sich bereits im Vorfeld einer Messe um den Schutz ihres geistigen Eigentums kümmern können. Außerdem wird erläutert, wie man effektiv gegen Verletzungen der Schutzrechte vorgehen kann.

An deutsche Aussteller, die im Rahmen des Auslandsmesseprogramms an deutschen Gemeinschaftsständen teilnehmen, richtet sich das Infoblatt "Plagiate auf Auslandsmessen und ausländische Produkte in German Pavilions". Neben generellen Informationen zu internationalen Schutzrechten informiert das Blatt über die Unterstützungsleistungen der Durchführungsgesellschaften und Fachverbände beim Vorgehen in Streitfällen.
Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (AUMA)

Business Action to Stop Counterfeiting and Piracy (BASCAP)
Darüber hinaus hat die Internationale Handelskammer (ICC), als Vertretung der Weltwirtschaft, dieses weltweite Problem aufgegriffen. Mit Ihrer Initiative "Business Action to Stop Counterfeiting and Piracy" (BASCAP) verfolgt die ICC das Ziel, das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Gefahren der Marken- und Produktpiraterie zu schärfen. Eingebettet in die internationale Arbeit schafft die deutsche Vertretung der ICC zusammen mit den Mitgliedsverbänden Markenverband, Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK) eine digitale Plattform für Deutschland. Dieses Internetportal soll Interessierten die Möglichkeit bieten, bereits bestehende Unternehmens- und Verbandsaktivitäten auf diesem Gebiet über das Internet abzufragen.

Portal gegen Produkt- und Markenpiraterie
Zudem haben die USA und Europa ein gemeinsames Portal gegen Produkt- und Markenpiraterie gestartet. Die gemeinsame Website soll EU- und US-Unternehmen helfen, die entwickelten Ressourcen und Instrumente zum Schutz des geistigen Eigentums einzusetzen. Die Website bietet dazu Ratschläge, "Ländergebrauchsanweisungen" zum Schutz des geistigen Eigentums auf über 20 Märkten in der ganzen Welt sowie Leitfäden für verschiedene Branchen, darunter Textilien, Lederwaren, Schuhe und Möbel an.


Aktualisiert: 24. Juni 2013

Ansprechpartner

Christoph Hanke
International und Unternehmensförderung
Tel. 0221 1640-552
Fax -559
christoph.hanke@koeln.ihk.de
Artikel drucken Seite empfehlen

Dok-Nr: 000936

ihk köln. Wir unternehmen.
IHK Organisationen:  IHK-Initiative Rheinland  IHK-Vereinigung NRW  AHK  DIHK